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Neuss: Mittelstandsforum: So geht Wachstum

Neuss : Mittelstandsforum: So geht Wachstum

Die Unternehmer Robin Vogl und Frank Hermanns diskutierten mit 150 Gästen und der Expertin Birgit Felden Expansionsstrategien.

Expansion birgt Chancen, aber auch Risiken. Wie ein Unternehmen erfolgreich wachsen kann, dem hat sich das 18. Mittelstandsforum der Wirtschaftsförderung der Stadt Neuss gewidmet. Größer bedeutet dabei nicht unbedingt immer besser - eine These, die Referentin Birgit Felden in ihrem Impulsvortrag mehrmals betonte. Die Professorin an der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin warnte ihre rund 150 Zuhörer: "Nicht zu schnell zu viel wollen". Eine strukturierte Planung teilt das Vorstandsmitglied der Kölner TMS-Unternehmensberatung in sechs Schritte auf: Bestandsaufnahme, Ziele, Kompetenzen, Planung, Finanzierung und Umsetzung. Nur wem seine eigenen Ressourcen bewusst seien, so die Referentin, könnte in der Zukunft erfolgreich sein. Auch sollte man seine oberen und unteren Wachstumsgrenzen kennen.

Präzise Ziele statt vager Wünsche - ein weiterer Ratschlag von Birgit Felden. Als Ziele könnten formuliert werden, der größte Anbieter der Branche in der Stadt zu sein, eine höhere Marge oder neue Märkte und Kundengruppen. In der Planung sollte sich stets die Frage gestellt werden, ob es zur Idee noch Alternativen gibt. In der Umsetzung sollten es dann kleine, aber konsequente Schritte sein. "Die ersten müssen bereits wenige Tage nach der Entscheidung zum Unternehmenswachstum gegangen werden", sagte sie.

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Auf dem anschließenden Podium nahm die Referentin neben zwei erfolgreichen Unternehmern Platz. Der eine - Robin Vogl von "4 Wheels Service + Logistik" - gründete aus einem bestehenden Betrieb ein neues Geschäftsmodell, der andere - Frank Hermanns von "Art of Engineering" - erlebt seit seiner Existenzgründung ein rasantes Wachstum. Moderiert wurde die Diskussion von Journalist Tom Hegermann.

"4 Wheels" bietet die Einlagerung von Sommer- und Winterreifen an. Das Unternehmen ging vor rund 15 Jahre aus einem klassischen Reifenhandel hervor, führt heute 80 Niederlassungen mit 500 Mitarbeitern. Mehr als vier Millionen Reifen lagern in ihren "Räder-Hotels" ein. Um von der Nachfrage und dem daraus resultierenden Wachstum nicht überrollt zu werden, vollzieht die Firma jedes Jahr eine Strategieanalyse mit externen Beratern - zuletzt mit dem Ergebnis, dass sich der Chef aus der operativen Verantwortung zurückzog. "Alle Fäden liefen im Grunde nur bei mir zusammen", sagte Robin Vogl. Das hat er geändert, berief Christoph Gerigk und Helmut Wuttke in die Geschäftsführung. "Wir sind somit aus einem Familienbetrieb ein Managerunternehmen geworden." Er sitzt nun in einem mehrköpfigen Beirat und ist noch Gesellschafter. Das Wissen externer Berater sei ein Faustpfand, das auch Frank Hermanns zu schätzen lernte. "Es bringt eine neue Perspektive ein und stärkt einem auch den Rücken", so der Jungunternehmer. Er gründete sein Ingenieurbüro für Konstruktionen und Maschinenbau "Art of Engineering" 2009 zunächst nebenberuflich. Heute beschäftigt er zehn Mitarbeiter, ist vom Planer zum Produzenten gewachsen und gerade erst wieder in größere Räumlichkeiten umgezogen. Im legeren schwarzen T-Shirt und mit seinen tätowierten Armen bot er zudem für ein gegenüber den bisherigen Mittelstandforen gänzlich neues, aber frisches Bild eines Unternehmers.

(NGZ)