Mittelstandsforum in Neuss beschäftigt sich mit der Generation Z

Mittelstandsforum in Neuss : Wandel auf dem Arbeitsmarkt

Beim Neusser Mittelstandsforum ging es um die Erwartungen junger Arbeitnehmer. Der Experten-Talk rückte die Generation Z in den Blick.

Die Generation der „Baby-Boomer“ (Jahrgänge 1956-1965) geht ab dem nächsten Jahr in Rente. Damit wird sich schon ab 2020 das Problem des Fachkräftemangels enorm verschärfen. Darauf machte Martin Klaffke, Professor an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, in seinem Impulsreferat beim 28. Mittelstandsforum des Neusser Amtes für Wirtschaftsförderung aufmerksam.

In seinem detaillierten, zugleich sehr unterhaltsamen Vortrag machte aber der Wissenschaftler insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen Mut: „Fachkräfteengpässe sind gut in den Griff zu bekommen.“ Voraussetzung sei, dass die Unternehmen den Wandel in den Vorstellungen vom Arbeitsleben der folgenden Generationen in ihrer Strategie berücksichtigen. Aktuell geht es um die Generation Z (1996-2010), die den Beinamen „Internet-Generation“ hat. Sie gilt es, als Fachkräfte zu gewinnen und in Mehr-Generationen-Belegschaften erfolgreich zu integrieren.

Der Zeitgeist bestimmt die Entwicklung der jungen Generation. Globalisierung, Digitalisierung, Pluralisierung der Lebensformen, in jüngerer Zeit auch Klimawandel spielen dabei eine Rolle. Das führt zu Wünschen an den Arbeitsplatz, die berücksichtigt werden müssen: Transparenz („Sie sind mit sozialen Medien aufgewachsen!“), Planbarkeit (sicherer Arbeitsplatz), gute Atmosphäre („Kuschelfaktor“), Lebensgenuss („Überstunden und Wochenendarbeit sind verpönt!“) und durchaus auch Leistung („Sie muss erkennbar sein und fair honoriert werden!“). Dazu müssten Entwicklungsperspektiven unbedingt angeboten werden.

In einer von Tom Hegermann moderierten Podiumsdiskussion berichteten Benjamin Küsters, Geschäftsführer des gleichnamigen Gartenhofes, und Oliver Leick, Arbeitsdirektor bei 3M Deutschland, von ihren überwiegend erfolgreichen Programmen, die auch die Integration in Generationen-Belegschaften umfassen. Die Kinderkrankenpflegerin Laura Jane Matthews, Vertreterin der Generation Y (1981-1995) auf dem Podium, bescheinigte ihrem Arbeitgeber, vieles richtig zu machen: „Mir macht die Arbeit wirklich Spaß!“ Und Johanna Gatzke, Abteilungsleiterin beim Amt für Wirtschaftsförderung, warb für die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Unternehmerschaft und Schulen.

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