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Neuss: Mit richtiger Ernährung Übergewicht vorbeugen

Neuss : Mit richtiger Ernährung Übergewicht vorbeugen

Seit 25 Jahren leitet Helga Mommer die EM Ernährungsberatung. Der Schwerpunkt der Diplom-Ökotrophologin ist die Behandlung krankhaften Übergewichts. Wichtig: ein ausgewogener Essensplan.

Das neue Jahr ist erst wenige Tage alt und schon sind sie wieder über den Haufen geworfen — die guten Vorsätze. Dabei wünschen sich viele Menschen, endlich ihr Gewicht zu reduzieren. "Häufig wird aber vergessen, dass man nicht zwischen Weihnachten und Neujahr zunimmt, sondern zwischen Neujahr und Weihnachten", sagt Helga Mommer. Falsche Ernährung, zu wenige Nährstoffe und zu viele Diäten seien häufig der Grund.

Die Diplom-Ökotrophologin weiß, wovon sie spricht. Seit 25 Jahren ist die Neusserin Inhaberin der EM Ernährungsberatung in Mönchengladbach. In ihrer Praxis für Ernährungstherapie bietet sie Beratungen zu ernährungsabhängigen Erkrankungen an. Dazu zählen etwa Nahrungsmittelallergien, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, Stoffwechselstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Beratungsschwerpunkt der 56-Jährigen ist jedoch die Behandlung krankhaften Übergewichts von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.

In ihrem Ernährungsprogramm "Abnehmen mit Verstand" lernen die Teilnehmer, die Ursachen ihrer Gewichtsprobleme zu erkennen und zu ändern. In ihre Kurse kommen Männer und Frauen unterschiedlichen Alters, von Normalgewichtigen bis hin zu adipösen Menschen. Was Normal- oder Übergewicht ist, richtet sich nach dem Body-Mass-Index (BMI). "Ein BMI von 25 gilt als Normalgewicht. Alles darüber als Übergewicht", erklärt Mommer. Doch nicht immer ist der BMI aussagekräftig. "Boxer wie die Klitschkos haben mit Sicherheit extrem hohe BMI-Werte, sind aber — wie jeder weiß — nicht übergewichtig, sondern haben enorme Muskelmasse."

Dass die Kurse auch langfristig Erfolge zeigen, belegte erst unlängst die Diplomarbeit einer Ökotrophologie-Studentin der Hochschule Niederrhein. "Meine Kunden, die vor zehn Jahren das Ernährungsprogramm absolviert haben, wurden dafür befragt", sagt Mommer. Rund 67 Prozent der Teilnehmer hatten auch nach einem Jahrzehnt ihr reduziertes Gewicht beibehalten. "Durch fehlende Essensvielfalt werden häufig Mängel im Körper verursacht, die zwar kurzfristig die Pfunde purzeln lassen", erklärt Mommer, "langfristig setzt aber immer wieder der Jo-Jo-Effekt ein, sobald man sich wieder normal ernährt."

Manchmal liegt es auch daran, dass viele nicht mehr kochen können. "Ich hatte schon Teilnehmer, die glaubten, Popcorn wachse am Popcornbaum", sagt Mommer. Daher würde sie sich wünschen, dass an den Schulen wieder Kochunterricht eingeführt wird. "Denn nur wenn der Körper mit allem versorgt ist, was er braucht, kann Gewicht reduziert und gehalten werden."

(NGZ/rl)