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Neuss: Mit neun Jahren schon ein Mathe-Ass

Neuss : Mit neun Jahren schon ein Mathe-Ass

Alexander Bobekh ist hochbegabt: Der Neunjährige hat mehrere Klassen übersprungen und besucht nun die siebte Klasse des Alexander-von-Humboldt-Gymnasium. Jetzt hat er sich in der Mathematik-Olympiade durchgesetzt.

Alexander Bobekh ist neun Jahre alt. Eigentlich sollte er die vierte Klasse besuchen — doch darüber ist er längst hinaus. Der Junge mit den kurzen Haaren und der schwarzen Brille besucht die siebte Klasse des Alexander-von-Humboldt- Gymnasium Neuss. Jetzt hat er seine Begabung erneut gezeigt: Bei der Mathematik-Olympiade wurde er Erster seiner Jahrgangsstufe und vertritt seine Schule nun auf Landesebene.

Dass Alexander Bobekh hochbegabt ist, zeigte sich schon in der St. Konrad Grundschule. Dort konnte er die erste, dritte und vierte Klasse überspringen. Mit sieben Jahren wurde er als Fünftklässler im Humboldt-Gymnasium eingeschult. Die Lehrer waren zunächst skeptisch, ob der junge Alexander den Sprung auf die weiterführende Schule schafft. "Aber mit seinen Leistungen hat er schnell dafür gesorgt, dass unsere Zweifel verschwinden", sagt sein Mathelehrer Marco Kirschner. "Obwohl ein großer Altersunterschied zu seinen Klassenkameraden besteht, wurde er von Anfang an gut aufgenommen und fand schnell Freunde", sagt Schulleiter Gerhard Kath ergänzend.

Aber nicht nur das macht Alexander besonders: Bereits in der fünften Klasse nahm der Schüler das erste Mal an der Matheolympiade teil, auch da schaffte er es schon in Landesrunde, schied dann aber aus. Das soll dieses Jahr nicht passieren, wenn der Neunjährige Ende Februar auf Landesebene des Mathewettbewerbs um den Sieg kämpft: "Da will ich zeigen, wie ich mich verbessert habe", sagt er.

Geboren ist Alexander Bobekh in Köln. Im Alter von sechs Jahren zog er mit seinen Eltern, die gebürtig aus Weißrussland kommen, und seinen zwei jüngeren Geschwistern nach Neuss. In seiner Freizeit spielt der Neunjährige gern Wasserball und verbringt Zeit mit seinen Freunden. "Neben dem normalen Unterricht besuche ich außerdem jeden Donnerstag eine russische Schule in Bonn", erzählt der Siebtklässler. Das sei zwar schon manchmal ein bisschen anstrengend, aber wichtig, um seine Muttersprache nicht zu verlieren. "Dafür lerne ich dann gern", sagt Alexander.

Trotz seines jungen Alters hat Alexander keinerlei Probleme im Unterricht am Gymnasium. Neben seinem Lieblingsfach Mathematik hat er auch in den anderen Fächern hervorragende Noten. Und das, obwohl bei ihm zu Hause nur Russisch gesprochen wird. "Ich spreche eigentlich nur Deutsch, wenn ich woanders bin oder wenn mich Freunde besuchen kommen", erzählt Alexander. Das ist seinem Zeugnis jedoch nicht anzumerken. "Ich hatte jetzt drei Jahre einen Notendurchschnitt von 1,8", sagt Alexander stolz. Vor seiner Einschulung brachte sein Vater ihm Deutsch bei und übte regelmäßig mit ihm. Das Alexander naturwissenschaftlich so begabt ist, könnte auch darin liegen, dass sein Vater Ingenieur und seine Mutter Zahnärztin ist.

Für die Zeit nach der Matheolympiade hat Alexander auch schon Pläne: In seinen Sommerferien wird sich wieder alles um Mathematik drehen. "Dann nehme ich an einer Mathe-Sommerakademie teil", erzählt er. Im März wird der aufgeweckte Junge zehn Jahre alt. Aber vorher möchte er unbedingt noch unter die Ersten in der Landesrunde der Matheolympiade kommen.

(NGZ/ac)