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Neuss: Mit Hausmitteln durch die Schnupfenzeit

Neuss : Mit Hausmitteln durch die Schnupfenzeit

In kalten Tagen leiden viele Menschen an Erkältungen. Die NGZ hat Neusser Experten nach Hausmitteln gefragt.

Schnupfen, Husten, Halsschmerzen — wer kennt das in dieser Jahreszeit nicht? Für viele Menschen bedeuten die dunklen Monate alle Jahre wieder einen Marathon durch Arztpraxen und Apotheken. Doch ab wann ist es eigentlich nötig, einen Arzt aufzusuchen? Und muss es wirklich immer gleich die Antibiotika-Keule sein? Wie man dem Schlimmsten vorbeugt und ab wann der Arztbesuch tatsächlich ein Muss ist, wissen Neusser Heilpraktiker, Ärzte und Apotheker.

"Oft helfen altbewährte Dinge", meint Heilpraktikerin Barbara Hammer. "Beispielsweise ist Fenchel gut für die Schleimhäute." Besonders empfehlenswert sei es, die Hausapotheke mit verschiedenen Teesorten aufzustocken: So sollen Salbei- und Huflattichblätter oder Spitzwegerichkraut auswurfsfördernd und entkrampfend wirken — besonders bei Husten oder Bronchitis ist das wichtig. "Die Herstellung dieser Tees ist ganz simpel", erzählt Hammer. "Zwei bis drei Teelöffel dieser Blätter mit zwei Tassen heißem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen."

In den Apotheken ist Nasenspray derzeit der Verkaufsrenner. "Zum Arzt sollte man gehen, wenn man Fieber hat oder sich der Schleim verfärbt", erläutert Heike Glasmacher, Apothekerin in der Behring-Apotheke im Stadionviertel. "Außerdem ist Antibiotika notwendig, wenn die Erkrankung länger als drei Tage andauert."

"Man sollte die Grenze zwischen Erkältung und Grippe kennen", sagt Dr. Michael Dörr, Amtsleiter des Kreis-Gesundheitsamtes. So sollen Patienten einen Arzt zu Rate ziehen, wenn Fieber zu den Symptomen hinzukomme oder Beschwerden wie Halsschmerzen oder Husten massiv werden. "Eine normale Erkältung erlebt jeder etwa 200 bis 300 Mal in seinem Leben", sagt Dörr. "Für einen sonst gesunden Körper ist ein banaler Schnupfen kein Problem."

Um Schlimmeren vorzubeugen sei es wichtig, dem Austrocknen der Schleimhäute entgegenzuwirken. "Gerade in dieser Jahreszeit ist man wenig an der frischen Luft auf, sondern meist in geschlossenen Räumen mit wenig Luftfeuchtigkeit", sagt Dörr. "Mit Nasenduschen kann man die Schleimhäute befeuchten."

"Ein Geheimtipp, mit dem allen geholfen ist, habe ich nicht", sagt Sylvia Hennebach-Werner, die in Allerheiligen eine Praxis für Naturheilkunde betreibt. "Manche Dinge bewirken bei manchen eine deutliche Verbesserung, nutzen allerdings bei anderen überhaupt nichts." Sie empfiehlt, vorbeugend zu arbeiten, um das Immunsystem für die Erkältungszeit zu stärken: Mit gesunder Ernährung, viel Flüssigkeit und ausreichend Schlaf.

Heilpraktikerin Barbara Hammer sieht zudem einen gesunden Darm als Voraussetzung für gute Abwehrkräfte. "Beispielsweise sind zu viele Süßigkeiten extrem schädlich für den Darm", meint sie. Hingegen sei basen- und ballaststoffreiche Kost das Richtige. Für altbewährte Heilmittel wie Hühnersuppe gibt die Expertin grünes Licht: "Hühnerfleisch enthält viel Eiweiß", sagt sie. "Außerdem sind Eisen, Zink, Vitamine und ungesättigte Fettsäuren enthalten — also eine gute Mischung, die zur Genesung beiträgt."

(NGZ/ac)