Neuss: Mit Energie experimentieren

Neuss: Mit Energie experimentieren

Rhein-Kreis Neuss, Kreishandwerkerschaft und Berufsbildungszentrum Hammfeld bauen ein zukunftsweisendes Energielabor, in dem sich Handwerker und Bauherren beraten lassen können.

Energielabor – das klingt nach Science-Fiction. Im Berufsbildungszentrum (BBZ) Hammfeld in Neuss wird die Zukunft bald Wirklichkeit. Energie- und klimaschonende Lösungen für den Bau werden dort konkret erarbeitet, technische Konzepte entwickelt, Auszubildende und Handwerker geschult, Bürger beraten. Am Samstag setzten Landrat Hans-Jürgen Petrauschke, der Hauptgeschäftsführer der Handwerkerschaft Niederrhein, Paul Neukirchen, und BBZ-Schulleiter Hans-Georg Torkel im Rahmen einer Feierstunde und in Anwesenheit vieler Gäste den ersten Spatenstich.

Herzstück des Energielabors ist das Experimentierhaus, laut Petrauschke ein in der Region einmaliges Modell. In dem Gebäude können die energetischen Eigenschaften von 34 unterschiedlichen Fassaden getestet werden – auch für den umweltbewussten Häuslebauer ein interessantes Versuchsfeld.

Im Sommer soll dieser erste Bauabschnitt fertig sein; der Rhein-Kreis stellt dafür rund 193 000 Euro bereit. Für Petrauschke selbst kommt diese Anlage allerdings etwas zu spät: Er hatte kürzlich zu Hause einen gravierenden Heizungsdefekt. Für andere Bürger und deren Handwerker kann sie wirksame Hilfe bei der Suche nach der richtigen Haustechnik liefern.

Zusammen mit dem Handwerk lassen sich dort trefflich verschiedene Heizungs- und Klimavarianten durchspielen. Petrauschke: "Hier steht insbesondere das Zusammenwirken von Gebäudehülle und -technik im Vordergrund." Mit dem Energielabor ist ein umfangreiches Neusser Netzwerk verbunden. Die Innung der Sanitär- und Heizungstechnik sowie die Elektro-Innung beteiligen sich mit jeweils 10 000 Euro an dem Gesamtprojekt.

Das Handwerk stellt laut Neukirchen umfangreiche Materialien und Personal zur Verfügung. Die Fachschule für Oekonomie und Management (FOM) fügt Steuerungs- und Informationstechnik im Wert von 30 000 Euro hinzu. Die Neusser Stadtwerke werden das Energielabor durch die Vermittlung und Bereitstellung innovativer Heiztechnik unterstützen. Das Forschungszentrum Jülich schließlich wird im Rahmen eines Lehrauftrags Master-Arbeiten vergeben, für die ein Programm für die Messsteuerung und Regeltechnik erstellt wird.

Der Ausbau der Energielabors um fünf weitere, etwa garagengroße Gebäude ist bereits geplant. Gesamtkosten: rund 760 000 Euro. Diese Bauten werden nach und nach errichtet. Der Experimentierraum wird ab Juni zur Verfügung stehen – und damit rechtzeitig vor der nächsten Heizperiode.

(NGZ)