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Unternehmen Mit Ideen (16) Beko Technologies: Mit Drucklufttechnik die Industrie erobert

Unternehmen Mit Ideen (16) Beko Technologies : Mit Drucklufttechnik die Industrie erobert

Mit dem Tüfteln in einer Garage begann die Firmengeschichte von Beko Technologies. Auch heute noch wird stetig an neuen Produkten gearbeitet.

Beko Technologies im Neusser Gewerbegebiet Taubental ist ein weltweit operierendes mittelständisches Unternehmen. Es entwickelt und produziert Komponenten und Systeme für Drucklufttechnik. Klingt kompliziert und nur für Fachleute interessant. Doch weit gefehlt. Denn auf die Neusser Technik sind viele angewiesen: Die Molkerei benötigt sie für die Abfüllung ihrer Milchprodukte, der Zahnarzt für Instrumente, die Medizin bei Operationen, die Autoindustrie beim Lackieren und sogar der französische Highspeed-Zug TGV für sein Bremssystem.

"Unsere Technik wird weltweit in der Industrie sowie im Lebensmittel-, Pharma- und Chemiebereich eingesetzt", sagt Manfred Lehner, einer der drei Geschäftsführer. "Fast jedes produzierende Unternehmen benötigt Druckluft." Produziert wird an drei Standorten in Deutschland, Hauptsitz ist Neuss. Weltweit hat Beko 410 Mitarbeiter, in Neuss sind es 218. Klingt wenig für einen weltweit operierenden Mittelständler. "Wir entwickeln die Produkte im Haus und suchen uns die entsprechenden Lieferanten", erklärt Lehner. "Die Endmontage erfolgt dann wieder durch uns." Daher sind weitere rund 1000 Mitarbeiter in anderen Unternehmen indirekt und direkt von Beko abhängig.

Wichtig ist Beko, ein sozialer Arbeitgeber zu sein. Geschäftsführerin Monique Abeels-Koch, die Witwe des Firmengründers, ist für diesen Bereich verantwortlich. Global bedeutet das: Kinderarbeit in Beko-Produktionsstätten ist verboten und überall wird Wert auf menschliche Bedingungen gelegt. In Neuss steht das Wir-Gefühl im Vordergrund. Gemeinsame Ausflüge, Poker- und Kickerturniere gehören ebenso dazu wie das lichtdurchflutete Restaurant für die Mitarbeiter. In Neuss wird weiter investiert, erst vor kurzem hat Beko ein weiteres Grundstück im Taubental gekauft.

Ideen von Beginn an

In einer Garage begann die Geschichte von Beko. Der mittlerweile verstorbene Firmengründer Berthold Koch, dessen Anfangsbuchstaben für Beko stehen, tüftelte an einem elektronischen Kondensatableiter. Wenn Druckluft erzeugt wird, entsteht das Abfallprodukt Kondensat. Koch gelang es, das abzuleiten. Heute werden jedes Jahr 200 000 "Bekomaten" produziert. Durch sie werden jährlich 50 Millionen Euro Energiekosten und 500 Millionen Kilogramm CO2-Emission eingespart.

Erfindungen

2007 wurde der Beko-Kat erfunden, ein Gerät, das Kohlenwasserstoffe aus der Druckluft entfernt. Bakterienfreie Druckluftproduktion war nun möglich. "Das hat uns zuerst niemand geglaubt", sagt Lehner. So entwickelte Beko das nächste Gerät, den "Metpoint OCV", der misst, wie rein die Druckluft ist.

(NGZ/ac)