1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Mit der NGZ zur "Rakete"

Neuss : Mit der NGZ zur "Rakete"

Im Rahmen der vierteiligen Ferienaktion der NGZ mit Exklusiv-Führungen wird am kommenden Donnerstag die Raketenstation vorgestellt. Eines ihrer Wahrzeichen ist das "Haus für Musiker" von Raimund Abraham.

Das "Haus für Musiker" erzählt eine typische HombroichGeschichte. Seit 2008 steht es auf der Raketenstation, ein Rundbau, der auf der einen Seite in die Erde zu sinken scheint und in dessen Dach ein Dreieck geschnitten ist.

Von außen sieht es ziemlich fertig aus, aber zu mehr hat das Geld damals nicht gereicht — zurzeit setzt die Stiftung Insel Hombroich alles daran, die Finanzierung für den Innenausbau bis Ende des Jahres abzusichern.

Dabei ist der von Raimund Abraham entworfene Bau auf der "Rakete" nur einer von mehreren, die diesen Ort zu einem besonderen machen. Wie und wo was entstanden ist, kann eine Gruppe von NGZ-Lesern ganz exklusiv bei einer Führung über die Raketenstation erleben, die im Rahmen der vierteiligen Ferienaktion angeboten wird.

Ute Dreckmann, bei der Stiftung Insel Hombroich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zuständig und promovierte Kunsthistorikerin, wird die Gruppe etwa eine Stunde über die Raketenstation führen und die wichtigsten Bauwerke vorstellen.

Im Anschluss gibt es Kaffee im Kloster und damit auch die Gelegenheit, sich über das Gesehene auszutauschen. Die Größe der Gruppe ist auf maximal 25 Teilnehmer begrenzt.

Dass es von der ersten Idee zu einem Bau bis zur Fertigstellung 15 Jahre braucht, ist für die Raketenstation nichts Ungewöhnliches. Schon Mitte der 1990er Jahre hatte der New Yorker Architekt Raimund Abraham die ersten Entwürfe für das "Haus für Musiker" gemacht.

Der Maler Gotthard Graubner hatte Abraham und den Hombroich-Gründer Karl-Heinrich Müller zusammengebracht — mit der Folge, das der New Yorker Architekt völlig begeistert vom und staunend über das "Phänomen Hombroich", wie er es mal sagte, ein Gebäude für die Raketenstation entwarf und sich auch an den Plänen für das noch zu verwirklichende "Raumortlabor" beteiligte.

Und dann stand er, den man mit Ausstellungen im Museum of Modern Art (Moma), im Centre Pompidou und dem Deutschen Architekturmuseum ehrte, der in New York das Aufsehen erregende Österreichische Kulturforum gebaut hatte, eines Tages — im August 2006 — auf dem Bauplatz in Holzheim und konstatierte fast ehrfürchtig: ""Das ist der Anfang: Wenn man ein Loch gräbt."

Die Fertigstellung des Gebäudes, das er selbst "Quartetthaus" nannte, weil dort eines Tages vier Musiker wohnen, arbeiten und konzertieren werden, bis zum Rohbau hat Abrahm begleitet, aber die endgültige Inbetriebnahme wird ohne ihn stattfinden, denn Abraham starb 76-jährig im März 2010 bei einem Autounfall. Somit ist das "Haus für Musiker" auch eine Art architektonisches Denkmal für einen Baumeister, der Zeit seines Lebens für seine gradlinige Haltung bewundert wurde.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist die Raketenstation im Kunst- und Kulturraum Hombroich

(NGZ)