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Neuss: Mit dem Rad auf der A-46-Trasse fahren

Neuss : Mit dem Rad auf der A-46-Trasse fahren

Der "Grünentwicklungsplan" gilt als erstes Fachkonzept zum Flächennutzungsplan. Kernidee: Die Grünspange Süd".

Die Stadt hat einen Schatz — und ahnt es kaum: die Trasse für den Lückenschluss der Autobahn 46. Jahrzehntelang waren die Flächen für diese Trasse zwischen der Anschlussstelle Holzheim und dem Autobahndreieck Neuss Süd gesichert und frei gehalten worden. Doch weil diese Verkehrsspange nie gebaut wird, könnte sie nun zur Grünspange umgewandelt werden.

"Das wäre eine Großtat und ein Novum in der Geschichte der Bundesrepublik", warb Ernst Herbstreit für diese Idee, die ein zentrales Element im "Grünentwicklungsplan Neuss — Perspektive 2025+" ist. Den stellte der Bochumer Landschaftsarchitekt gestern Abend im Planungsausschuss vor.

Der Plan mit dem Bandwurm-Namen soll als Fachkonzept Teil des neuen Flächennutzungsplanes werden. Er wurde auf der Basis des "Räumlichen Strukturkonzeptes" entwickelt, mit dem 2011 erste Pflöcke für die beabsichtigte Entwicklung eingeschlagen wurden. Anfang kommenden Jahres sollen dann dieses und weitere Detailkonzepte — etwa das für die Windenergienutzung — zusammengetragen und der Aufstellungsbeschluss für den neuen Flächennutzungsplan (FNP) gefasst werden. Ein langwieriges, ein kompliziertes Verfahren, an dessen Ende allerdings ein Orientierungs- und Handlungsrahmen für Jahrzehnte Stadtentwicklung steht.

Dass solche Pläne überarbeitet werden müssen, zeigen alleine die Beispiele Sportstätten und Friedhöfe. Eine sich verändernde Bestattungskultur macht Erweiterungsflächen für Friedhöfe aus Sicht der Gutachter überflüssig. 15 Hektar, die in dem 30 Jahre alten Flächennutzungsplan dafür reserviert worden waren, könnten anderweitig genutzt werden, meinen die Planer. Für Grefrath und Grimlinghausen werden sie noch konkreter und schlagen eine Bebauung vor.

Auch bei den Sportanlagen sind Anpassung nötig. 16 Bezirkssportanlagen sind schon rein rechnerisch zu viel. Zudem hätten sich die Nutzungsansprüche geändert, erklärt Martin Stolzenburg von dem Bochumer Planungsbüro etwa mit Blick auf zu viele Fußball- und Tennisanlagen. Das kulminiert in Erfttal, dessen Sportanlage in Richtung einer Mehrgenerationenfläche für neue Nutzungen umgewandelt — oder gar geschlossen werden soll. "Im Umkreis von 1,5 Kilometern gebe es fünf solcher Anlagen, rechnete Stolzenburg im Ausschuss vor.

Herbstreit, der schon 1978 am "Generalgrünplan" für den alten FNP mitgearbeitet hatte, zeigte sich beeindruckt von dem großen Grünanteil in Neuss. "Die Verschmelzung der Ortsteile im Neusser Süden hat nicht wie befürchtet stattgefunden", lobte er die Flächenpolitik. Seine erneute Bestandsaufnahme kommt zu dem Schluss, neben dem Grüngürtel entlang der Autobahnen einen zweiten Gürtel zu entwickeln: die Grünspange Süd. Eine Ost-Westachse mit Anbindung an die Ortsteile und von einem Rad- und Wanderweg durchzogen.

(NGZ/rl)