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Mit dem Fahrrad um die Welt: So lief die erste Woche von David Münch aus Neuss

Neusser mit dem Fahrrad unterwegs : Weltreise mit eiskaltem Start

Härter hätte die erste Woche des Fahrrad-Weltreisenden David Münch nicht sein können. Jetzt geht es Richtung Süden.

Das hat sich David Münch anders vorgestellt. „Zumindest ein bisschen mehr Sonnenschein hatte ich mir erhofft“, sagt der Neusser mit leicht belegter Stimme am Donnerstagmorgen im Telefon-Gespräch mit unserer Redaktion. Seine Erkältung hat er noch nicht vollständig auskuriert, und auch das angeschwollene rechte Knie bereitet ihm noch Sorgen. Doch gejammert wird nicht. Schließlich muss er wieder auf sein Fahrrad steigen, mit dem er in den nächsten drei Jahren die Welt umrunden möchte.

Am 1. Januar startete der 33-Jährige von Neuss aus in das bislang größte Abenteuer seines Lebens, für das er sogar Job und Wohnung aufgab. In den ersten Tagen erlebte Münch eine Kombination aus Regen am Tag und Frost in der Nacht. „Das hat mir schon etwas zugesetzt“, sagt er. Das Problem: Wegen der Wetterverhältnisse konnte er während der Zelt-Übernachtungen seine Kleidung nicht richtig trocknen. Glücklicherweise konnte er sich bei Freunden, die eine Falknerei in Bad Blankenburg (Thüringen) besitzen, auskurieren. Doch am Mittwoch erlebte er die bislang härteste Etappe der Tour: 55 Kilometer durch den Schnee von Bad Blankenburg nach Schleiz, das ebenfalls in Thüringen liegt. Dort übernachtete Münch in einer Pension. Eigentlich wollte er „Couchsurfen“. Dabei handelt es sich um ein internetbasiertes Gastfreundschaftsnetzwerk: Die Mitglieder nutzen die Website, um eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden, selbst eine Unterkunft oder auch anderes anzubieten, oder einem Reisenden die Stadt zu zeigen. „Jedoch hat sich niemand auf meine Anfrage gemeldet“, sagt Münch. Nun wird er wohl versuchen, die nächsten zwei Tage mit dem Bus nach Tschechien zu kommen. „Ich möchte nach Prag und von dort aus eventuell mit der Bahn an die Donau“, erklärt der Weltreisende.

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Von dort aus möchte er seine Tour aber wieder mit dem Fahrrad fortsetzen – „Richtung Süden“, sagt der Neusser. Vor allem der Wunsch nach besserem Wetter schwingt mit, wenn er über seinen neuen Plan berichtet. Doch trotz des herausfordernden Starts lässt sich der mutige Radler nicht unterkriegen. „Es ist eben ein Abenteuer“, sagt er schmunzelnd. Sieben bis acht Stunden täglich ist er unterwegs: „Ich lasse mir Zeit und mache viele kleine Pausen.“

Nach dem Aufenthalt in Tschechien fährt Münch Richtung Istanbul, dann in den nahen Osten bis nach Kirgistan, Indien, China, Südkorea, Japan, Vietnam, Kambodscha, Thailand, Singapur, Bali, Australien Neuseeland und dann nach Südamerika. So ist zumindest die Theorie.

Der Traum von der Fahrrad-Weltreise reifte vor ungefähr vier Jahren in Münch heran. Damals fiel ein geplanter Urlaub ins Wasser. Kurzerhand entschloss sich David Münch, mit seinem Mountainbike ans französische Mittelmeer zu fahren. Auch nach Island verschlug es ihn bereits. Um die Weltreise zu finanzieren, zwang er sich zu einem jahrelangen Sparprogramm. Zu seinem Equipment zählen unter anderem zwei Schlafsäcke – einer für „normale“ Witterungsverhältnisse und einer für Temperaturen bis zu 15 Grad unter Null – eine Hängematte und ein Benzinkocher. Auch Spezialkleidung darf natürlich nicht fehlen.

Welchen Job der IT-Spezialist nach seiner Rückkehr in rund drei Jahren machen wird, ist noch offen. Doch er hat ja jetzt viel Zeit, darüber nachzudenken.

Hier geht es zur Bilderstrecke: David Münchs größtes Abenteuer in Bildern