Neuss: Mit dem Besen für die gute Sache

Neuss: Mit dem Besen für die gute Sache

Die Berufskollegs Marienhaus und Marienberg planen einen sozialen Aktionstag. Schüler und Schülerinnen wollen soziale oder karitative Arbeit verrichten - und ihren Lohn an Einrichtungen spenden, die sich für Bedürftige einsetzen.

Soziale Aktionstage haben am Erzbischöflichen Berufskolleg Neuss bereits Tradition. Doch dieser soziale Aktionstag, den die beiden Berufskollegs Marienhaus und Marienberg am Freitag, 23. Februar, gemeinsam planen, ist ein Experiment.

Die rund 650 Schüler im Alter von 16 bis 30 Jahren waren an Schulleiterin Gerda Himmels mit der Idee herangetreten, an diesem Freitag in der Fastenzeit mehrere Stunden lang karitative oder soziale Arbeiten zu verrichten. Mindestens vier Stunden lang engagieren sich die Schüler und wollen durch die freiwillige Arbeit pro Kopf mindestens 20 Euro Lohn erwirtschaften. Die Einnahmen werden vollständig als Spende weitergegeben. Landrat Hans-Jürgen Petrauschke ist Schirmherr dieser Aktion.

Ob Omas Garten entrümpeln oder im Supermarkt Regale füllen, ob im Seniorenstift vorlesen oder Kirchenbänke in der örtlichen Kirche putzen, ob in Unternehmen assistieren oder beim Bäcker aushelfen - derzeit sind die Schüler auf Suche nach Partnern, die den sozialen Aktionstag unterstützen. "Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Unternehmen, Kirchen, Einrichtungen oder Privatpersonen melden würden", betont Schulleiterin Gerda Himmels.

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Denn so könnten wiederum die drei Einrichtungen unterstützt werden, denen die Spenden zugute kommen sollen. Ein Drittel geht an das Friedensdorf International, ein Drittel an die Schwestern vom armen Kinde Jesus in Kolumbien und das verbleibende Drittel an die Burundihilfe Neuss. "Benachteiligten oder erkrankten Kindern zu helfen, ist uns ein Herzensanliegen", erklärten die Schülervertreterinnen Lena Kannen und Alea Tilke. "Für Spenden ab 50 Euro stellen wir auf Anfrage auch Spendenquittungen aus", so Schulleiterin Himmels.

Das Erzbischöfliche Berufskolleg Neuss ist ein Konstrukt aus zwei verschiedenen Abteilungen: Das Berufskolleg Marienhaus an der Kapitelstraße ist auf den Bereich Sozial- und Gesundheitswesen spezialisiert. Es steht jungen Männern und Frauen mit Interesse an Berufen aus diesem Bereich offen. Am Berufskolleg Marienberg, das den Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung hat, und im Gebäude des Gymnasiums Marienberg untergebracht ist, werden dagegen ausschließlich junge Frauen unterrichtet, die entweder die Höhere Handelsschule besuchen oder an einem Wirtschaftsgymnasium Abitur machen wollen. Aufgrund dieser unterschiedlichen Ausrichtungen der beiden Berufskollegs hofft Schulleiterin Himmels auch auf ein breites Spektrum an Partnern, die sich am sozialen Aktionstag beteiligen möchten. "Unternehmen oder Firmen könnten interessant sein für die Schülerinnen vom Berufskolleg Marienberg mit seinem Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung", sagt sie.

Für die Schüler vom Marienhaus wären besonders soziale und karitative Einrichtungen interessant. Schulleiterin Himmels: "Wir experimentieren mit diesem sozialen Aktionstag und hoffen auf große Resonanz." Bärbel Broer

(NGZ)