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Heimatfreunde organisierte gelungenen Dorfabend: Mit Clowns und Teufeln schunkeln

Heimatfreunde organisierte gelungenen Dorfabend : Mit Clowns und Teufeln schunkeln

Mit bunt bemaltem Gesicht sitzt er am Tisch und strahlt. Im Takt der Musik schunkelt er mit einer Teufelin und singt dabei begeistert mit. Seine Frau tauscht derweil den neuesten Klatsch mit ihrer Freundin aus und lacht laut auf. Endlich einmal Freunde und alte Bekannte wieder treffen und gemeinsam bis in die späte Nacht feiern - zweifellos haben auf diesen Abend alle schon lange gewartet.

"Et es noch immer jot jejange" lautete das Motto des Dorfabends, den die Vereinigung der Freunde der Heimat Grimlinghausen am Samstag im Reuterhof in Grimlinghausen veranstaltete. Ein abwechslungsreiches Programm aus Musik, Tanz und Büttenreden hatte der Verein zusammengestellt, um seine rund 350 Gäste auf Karneval einzustimmen. Gleich zu Beginn des Abends heizte die sechsköpfige Band "Jong Jemös" dem Publikum mit bekannten Hits wie "Mamma mia" von Abba oder "Wannabe" von den Spice Girls ein und lockte damit sicherlich auch den letzten Fetenmuffel aus der Reserve.

"Es sind das Gemeinschaftsgefühl, die Lust zum Feiern und die Freude auf interessante Gespräche über die Neuigkeiten rund um Neuss, die die Dorfabende zu einem besonderen Ereignis machen", erklärte Franz Lindenau, Mitglied der Freunde der Heimat. Sein Freund Herbert Sültenfuß kann ihm da nur zustimmen. Er weiß, dass das Thema "Klatsch und Tratsch rund um Neuss" bei den Gästen sehr beliebt ist. So verfasst er jedes Jahr zusammen mit Willi Könen, dem Vorsitzenden der Heimatfreunde, Büttenreden zu aktuellen Ereignissen. Sültenfuß' Auftritt als Grimlinghausener Dorfapotheker wurde daher mit großer Neugier erwartet.

Mit Witz und Ironie reizte er die Lachmuskeln, als er von seinen Erlebnissen mit Kunden berichtete. Sein Lieblingsthema waren dabei ohne Zweifel die Uedesheimer, über die er Scherze machte. Die Gäste, sogar die anwesenden Uedesheimer, amüsierten sich dabei köstlich, und so mancher von ihnen machte sich derweil sicherlich schon Gedanken darüber, wie er sich an den "Hippelängern" "rächen" könne. Zur anschließenden Ehrung rief Willi Könen zwei Mitglieder des Heimatvereins auf die Bühne. Mit einer Zinnkanne dankte der Verein ihm dort für seinen 40-jährigen Einsatz und die Vorstandsmitgliedschaft im Verein.

Über eine Zinnhumpen durfte sich Peter Schillings freuen, der sich nach 30-jähriger Arbeit als Büttenreder verabschiedete. Fröhlich ging es darauf mit der Büttenrede Hans-Jürgen Knopps als "D'r Schellemann" und dem Zwiegespräch der "Zwei Dollen" alias Hubert Hübinger und Theo Lys weiter, die Lachmuskeln der Gäste mit Witzen und Geschichten rund um Neuss reizten. "Diese Reden sind großartig", meinte Karin Reuter. Jedes Jahr freue sie sich auf das Dorffest, weil "hier immer etwas los" ist. "Die Stimmung ist einfach super und es gibt viel zu lachen."

Gelacht wurde schließlich auch wieder beim Auftritt des Bad Geisenheimer Hofballetts. Die sechs Männer brachten den Saal mit ihrer lustigen Tanzdarbietung zum Kochen und forderten auch das Publikum zum Tanzen und Mitsingen auf. "Wir veranstalten den Abend in diesem Jahr zum zweiten Mal", erzählte der zweite Vorsitzende der Heimatfreunde Heinz-Josef Bilk. "Die Stimmung hier ist super und sogar etwas besser als beim ersten Abend." Die fröhlichen Gesichter der Gäste bestätigten seine Aussage. Bis in die Nacht wurde noch geschunkelt und gesungen. Der nächste Dorfabend kommt bestimmt, da sind sich alle Narren sicher und darauf freuen sich nicht nur die Heimatfreunde. Christina Romberg