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Neuss: Ministranten sind mehr als nur Messdiener

Neuss : Ministranten sind mehr als nur Messdiener

Ein Ausflug, Gruppenstunden oder sportliche Aktivitäten wie das Fußballturnier "Novaesia Ministrale" –Messdiener unternehmen viel.

Sie nennen sich "Minis", sind im katholischen Gottesdienst nicht wegzudenken, und machen doch viel mehr als das, was die meisten wissen: die Ministranten. Zum zehnten Mal trafen sich am vergangenen Samstag Messdiener aus ganz Neuss zur "Novaesia Ministrale". In der Sporthalle des Marienberg-Gymnasiums kämpften sie in drei Altergruppen um Ruhm und Ehre: Minis (bis 12 Jahre), Midis (bis 16) und Maxis (ab 17). Insgesamt nahmen 17 Pfarrgemeinden mit 39 Mannschaften an den Wettkämpfen teil. "2004 hat Stefan Spintig gemeinsam mit Andreas Hausen dieses Turnier ins Leben gerufen und später dann die Organisation auf mich übertragen", sagt Carsten Rheidt, Messdienerleiter der Gemeinde Christ König (Neuss-Furth). Der 21-Jährige ist seit seiner Kommunion Messdiener und sieht in diesem Turnier auch Vorteile, die über den sportlichen Wettkampf hinaus gehen: "Es ist eine gute Gelegenheit, den Zusammenhalt der einzelnen Pfarreien zu stärken. Wir sind zwar alle Messdiener, aber auch Jugendliche."

Angefeuert von den Fans aus der eigenen Gemeinde, getrieben von Schlachtrufen und zusätzlich motiviert durch Plakate und Transparente, lieferten sich die Teams harte Duelle. Am Ende setzte sich bei den Minis die Mannschaft der Pfarrgemeinschaften aus Kaarst durch. Bei den Midis gewann St. Quirin und in der Maxi-Wertung lag das Team von St. Josef vorne.

Auch Kreisdechant Monsignore Guido Assmann ließ es sich nicht nehmen, den Messdienern einen Besuch abzustatten und das Turnier mit einem Gebet zu beginnen. "Wir wollen zeigen, dass Messdiener mehr machen als lediglich den Kelch in der Kirche zu tragen", sagt Rheidt. Messdiener machen Jugendarbeit - und der Träger sei eben die Kirche. "Wir organisieren auch Gottesdienste und versuchen Einfluss zu nehmen, um Kirche nach unseren Vorstellungen zu gestalten. Es wird immer schwieriger, Kinder und Jugendliche für die Kirche und auch als Messdiener zu gewinnen. Deshalb ist es wichtig, eine breite Palette anzubieten und für uns zu werben. Für Kirche gilt der gleiche Grundsatz wie für alles andere: Wer nicht wirbt, der stirbt."

Aufbauend auf den Dienst in der Kirche bieten die Minis eine große Bandbreite an Aktivitäten im Jahr. Da gibt es außer den wöchentlichen Gruppenstunden die Jugendgottesdienste P10, Schnuppertage und Ausflüge. Möglich machen diese vielen Aktionen die Jugendlichen der Leiterrunde und die Mitglieder des Mini-Arbeitskreises. Sie treffen sich regelmäßig, um etwa Themen aus der Bibel für die Jugend spannend zu gestalten.

"Auch Diskussionen über verschiedene Bereiche, etwa das Zölibat oder die zweite Ehe zwischen Katholiken sind immer sehr spannend." Kirche solle, so Carsten Rheidt, Halt geben, und ein Forum für Kinder bieten, ohne zu konservativ zu sein und sich vor allem jungen Menschen und ihren Lebensgewohnheiten gegenüber öffnen. "Messdiener sein ist uns schon wichtig, aber die Tendenz zeigt, dass wir etwas ändern müssen. Zu unseren Spitzenzeiten versahen mehr als 100 Messdiener ihren Dienst in der Kirche, aktuell sind wir 60." Dabei bieten die "Minis" eine Plattform und sehen Kirche als Grund, sich auch zu anderen Aktivitäten zu treffen.

(NGZ)