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Neuss: Ministerinnen stellen Medienprojekt vor

Neuss : Ministerinnen stellen Medienprojekt vor

Prominenter Besuch in Neuss: Die NRW-Ministerinnen Sylvia Löhrmann und Angelica Schwall-Düren haben an der Burgunderschule das Projekt "Medienpass" vorgestellt. Die Grundschule gehört zu den Pilotschulen der Initiative.

Zwei Minister auf einmal zu Gast, das ist eine Premiere für Neuss. Gestern besuchten NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) und Medienministerin Angelica Schwall-Düren (SPD) die Burgunderschule in der Nordstadt. Dort stellten sie das Projekt "Medienpass" vor, das Grundschülern den Umgang mit modernen Medien näher bringen soll.

68 Grundschulen hatten seit Beginn des Jahres als Pilotschulen an der Medienpass-Initiative teilgenommen, darunter die Burgunderschule als einzige Neusser Schule. "Vorbildlich" sei das Projekt in Neuss umgesetzt worden, lobte Schulministerin Löhrmann, die Medienkompetenz als "Schlüsselqualifikation der Zukunft" bezeichnete. Ihre Minister-Kollegin Schwall-Düren berichtete aus dem Schulalltag: "Jedes zweite Kind im Alter von sechs bis 13 Jahren besitzt heute ein eigenes Handy", sagte die SPD-Politikerin. Ebenso sei es für viele Kinder selbstverständlich, einen MP3-Player oder eine Spielekonsole zu besitzen. Der Umgang damit müsse aber erlernt, Chancen genauso wie Gefahren wahrgenommen werden. Seit den Sommerferien ist der "Medienpass" für alle Grundschulen in NRW abrufbar, 835 Schulen haben ihn bereits bestellt. Ab heute, so kündigte Schulministerin Löhrmann an, können sich auch weiterführende Schulen für das Projekt bewerben.

Die Neusser Burgunderschule hat den Medienpass bereits in ihr Schulkonzept integriert. Künftig sollen alle Klassen, vom ersten bis vierten Schuljahr, in Medienkompetenz geschult werden, unter anderem machen die Kinder im dritten Schuljahr einen "Surfschein" für das Internet, in der vierten Klasse sollen Hörspiele oder Trickfilme produziert werden. "Der Computer wird für die Kinder immer wichtiger", sagte Gabriele Cunrady, Leiterin der Burgunderschule. "Auch dass bereits Grundschüler auf dem sozialen Netzwerk Facebook unterwegs sind, ist keine Seltenheit", fügte die Lehrerin hinzu. Deswegen hatte sie sich mit ihrer Schule im vergangenen Jahr für das Pilotprojekt Medienpass beworben.

Was die Schüler in dieser Erprobungsphase erarbeitet haben, durften sie den beiden Ministerinnen gestern selbst vorstellen. Die Viertklässler hatten sich mit dem Thema "Kinderrechte" beschäftigt und dazu Informationen im Internet, aber auch in der Stadtbibliothek gesammelt. Sie lernten, sich per E-Mail bei Verbänden nach Material zu erkundigen, probierten Suchmaschinen aus und schrieben ihre Ergebnisse mit einem Textverarbeitungsprogramm auf. Außerdem arbeiteten die Kinder mit einem Präsentationsprogramm, und konnten damit ihrem prominenten Besuch die Ergebnisse zeigen. Medienministerin Schwall-Düren zeigte sich beeindruckt von der Arbeit, bei der sich die Schüler auch mit dem Thema Urheberrecht befasst hatten — alle Bilder ihrer Präsentation waren deswegen selbst gemalt. Schwall-Düren betonte, die Maxime der Landesregierung "Kein Kind zurücklassen" gelte auch für das Netz. "Und das soll der Medienpass unterstützen", sagte die SPD-Politikerin

(NGZ)