Neuss: Metalldiebe stehlen Reste einer Bombe

Neuss : Metalldiebe stehlen Reste einer Bombe

Mit so dreisten Dieben hatte niemand gerechnet: Während sich die Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes am Ladenzentrum Römerstraße um eine weitere Verdachtsfläche kümmerten, luden illegale Schrottsammler die Reste eines Blindgängers, der zum Abtransport bereit gelegt worden war, auf ihren Pritschenwagen und verschwanden.

Und obwohl ein Bauarbeiter ein Foto von den beiden Dieben mache, konnten diese bislang nicht dingfest gemacht werden. Bei der gestohlenen Bombe handele es sich nicht um den Sprengkörper, der in der Böschung der Fesserstraße gefunden worden war und vergangene Woche entschärft werden konnte, betont Michael Kloppenburg. Vielmehr habe es sich um einen so genannten "Zerscheller" gehandelt, also eine Bombe, die beim Aufprall nicht explodiert, sondern nur geborsten war. "Völlig ungefährlich", so der Pressesprecher der Stadt.

Vor der Entschärfungsaktion in der vergangenen Woche hätten die Sprengstoffexperten drei Verdachtsorte abgesucht. Bei einem Abwurfpunkt, der anhand von Luftbildern der Alliierten zu orten war, wurde kein Fund gemacht. Dort wurde offensichtlich schon in früheren Jahren "aufgeräumt". An der Römerstraße wiederum stießen die Experten auf den "Zerscheller". Sie schabten die Reste des noch vorhandenen Sprengmittels aus und legten den übrigen Schrott zum Abtransport an die Straße. Abtransport wurde der auch — allerdings auf einem Kleinlaster mit gelbem Kennzeichen, wie Zeugen beobachteten. Der Metalldiebstahl wurde bei der Polizei angezeigt.

(nau)
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