Messer-Attacke in Neuss: Verdächtiger war der Polizei bekannt

Ermittlungen nach Attacke in Neuss laufen: „Messer-Mann“ war polizeibekannt

Verdächtiger wurde anderthalb Wochen vor Attacke mit Schusswaffe gesichtet. Er kam jedoch wieder auf freien Fuß.

Der 33 Jahre alte Meerbuscher, der am vergangenen Freitag (5.) eine 29-jährige Neusserin mit einem Messer am Hals verletzt haben soll, ist bereits in der Vergangenheit polizeilich in Erscheinung getreten. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf auf Nachfrage unserer Redaktion. Der Verdächtige habe bislang jede Aussage verweigert. In den nächsten Tagen stünden weitere Zeugenbefragungen auf dem Programm.

Ein anonymer Anrufer machte unsere Redaktion zudem auf einen Vorfall aufmerksam, der sich rund anderthalb Wochen vor der Attacke auf die 29-Jährige zugetragen haben soll. So sei der Verdächtige am 27. September, um kurz nach Mitternacht, mit einer scharfen Schusswaffe und schusssicheren Weste durch Meerbusch gelaufen. Polizeisprecherin Daniela Dässel bestätigte den Vorfall. Der 33-Jährige sei wenig später von der Polizei kontrolliert und in Gewahrsam genommen worden. Der Aufforderung, die Waffe niederzulegen, sei der Meerbuscher umgehend nachgekommen, so Dässel. Nun werde wegen einer Straftat gegen das Waffengesetz ermittelt.

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Die Polizei regte zudem eine psychische Prüfung des Mannes an, um eventuell eine Einweisung in eine psychiatrische Einrichtung zu erwirken. Dies wurde jedoch abgelehnt, und der Mann kam wieder auf freien Fuß. Für diese Einschätzung zeichnen das Neusser Ordnungsamt und ein hinzugezogener Arzt verantwortlich. Antworten, wieso man den Verdächtigen (laut Staatsanwaltschaft wegen Körperverletzungsdelikten vorbestraft) nicht hat einweisen lassen, gab es auf Nachfrage unserer Redaktion beim städtischen Presseamt keine. „Zu Einzelfällen können wir aus Gründen des Datenschutzes keine Angaben machen“, teilte Sprecher Tobias Spange mit. Wenn keine medizinischen Gründe festgestellt werden können, die eine Unterbringung rechtfertigen, könne entsprechend auch keine Einweisung erfolgen.

Die verletzte Frau hatte sich am Freitag um 18.50 Uhr bei der Rettungsleitstelle gemeldet. Nach derzeitigem Erkenntnisstand war die 29-Jährige zuvor in Begleitung eines Freundes nach einem Einkauf zu Fuß unterwegs, als sie auf der Straße den 33 Jahre alten Bekannten aus Meerbusch traf. Nach Angaben der Frau habe sie der Mann mit einem Messer attackiert. Sie sei daraufhin zur Christian-Schaurte-Straße geflüchtet, wo ein Anwohner auf die Frau aufmerksam wurde.

(jasi)
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