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Menschenbrücke aus Neuss: Ingrid Leifels wird Nachfolgerin von Josefine Freibeuter

Verein „Menschenbrücke“ aus Neuss : Josefine Freibeuter gibt den Staffelstab als Vereinsvorsitzende weiter

Zwölf Jahre lang war Josefine Freibeuter Vorsitzende der „Menschenbrücke“. Sie hat den Norfer Verein, der heute 166 Mitglieder zählt, gegründet und aufgebaut. Bereits seit 2007 engagiert sie sich für die Menschen in Uganda. Jetzt hat die 85-Jährige den Vereinsvorsitz aus Altersgründen abgegeben. Zu ihrer Nachfolgerin wurde Ingrid Leifels (61) gewählt.

Angefangen hat alles im Jahr 2007 mit einer Urlaubsvertretung von Pfarrer Musoke Genza aus Uganda in den katholischen Pfarrgemeinden in Norf, Rosellen, Weckhoven und Hoisten. Ein Jahr später reiste Josefine Freibeuter in das afrikanische Land, um sich vor Ort ein Bild zu machen, sah die große Not und handelte: Sie gründete 2009 den Verein „Menschenbrücke“.

Zehn Jahre später reiste die Norferin ein zweites Mal nach Uganda und konnte alle inzwischen fertiggestellten Projekte besichtigen. Mit Spendengeldern aus Norf und Umgebung entstanden eine Schule mit Kindergarten, ein Mehrzweckhaus, Brunnen und Toilettenanlagen, eine Eukalyptus-Plantage, eine Geburtenstation und vieles mehr. „Gerade haben wir erfahren, dass nun auch das Kinderkrankenhaus fertiggestellt ist“, berichtet die neue Vorsitzende und zeigt auf ihrem Mobiltelefon die Fotos, die Pfarrer Genza geschickt hat. Mit Musoke Genza stehen die Aktiven der Norfer „Menschenbrücke“ in engem, regelmäßigem Austausch. Schon mehrfach war der Pfarrer in Norf zu Gast und wohnte währenddessen stets bei der Vereinsgründerin, die er liebevoll „Mutti“ nennt.

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Dass die Norferin den Vereinsvorsitz abgegeben hat, heißt aber noch lange nicht, dass sie die Hände in den Schoß legt: „Gestern habe ich noch 15 Gläser Sauerkirsch-Marmelade gekocht, und die Butter für die nächsten Plätzchen liegt schon im Kühlschrank bereit“, erzählt sie. Die Leckereien werden dann bei einer der nächsten Spendenaktionen der „Menschenbrücke“ für Uganda verkauft – sofern es die Pandemie-Lage zulässt. Vielleicht schon am 29. August – im Rahmen eines Sonntagsgottesdienstes ab 10 Uhr in St. Andreas zum Thema „Nachhaltigkeit, fairer Handel und Gerechtigkeit in der Welt“.

Diese Themen liegen auch der neuen Vorsitzenden am Herzen. Ingrid Leifels unternahm mehrere Studienreisen nach Afrika. Seither sei es ihr ein wichtiges Anliegen, ihren Beitrag dazu zu leisten, die Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen. Als neue Vorsitzende will die Informatikerin im Ruhestand zunächst die Homepage des Vereins neu gestalten und regelmäßig mit aktuellen Inhalten bestücken. So könnten Spender immer mitverfolgen, was mit ihrem Geld geschaffen wurde. Die ehemalige und die neue Vorsitzende freuen sich darüber, dass während der Pandemie besonders großzügig gespendet wurde.