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Neuss: Mehr Straftaten in Neuss

Neuss : Mehr Straftaten in Neuss

Die Zahl der Kriminalitätsfälle im Rhein-Kreis ist angestiegen, in Neuss verzeichnet die Statistik eine Zunahme um 634 Delikte. Dafür ist die Gewaltkriminalität rückläufig, die Zahl der Straftaten in diesem Bereich nahm spürbar ab.

Es ist eine beeindruckende Zahl: 32 354 Straftaten hat die Kreispolizeibehörde im Jahr 2011 registriert, ein Zuwachs von rund sieben Prozent. Fast die Hälfte der Delikte, 14 325 Straftaten, wurden in Neuss verübt, 634 mehr als im Jahr zuvor. Zum Vergleich: Die Stadt Kaarst kommt auf 2223 Fälle, was sogar einen leichten Rückgang der Delikte um 132 Straftaten darstellt.

Die Zahlen gehen aus der aktuellen Kriminalitätsstatistik des Rhein-Kreises hervor. Demnach werden nur 48,8 Prozent der Fälle aufgeklärt, "eine Quote, mit der wir nicht zufrieden sein dürfen", wie Landrat Hans-Jürgen Petrauschke sagte, der die Statistik gestern vorstellte. Dennoch sei die Sicherheitslage stabil. Vor allem die Gewaltkriminalität sei zurückgegangen, kreisweit von 962 Delikten in 2010 auf 867 Fälle im vergangenen Jahr. Zudem werde bei diesen Straftaten rund jeder Dritte Fall aufgeklärt, so Petrauschke.

Problematisch sei die wie im Vorjahr gleichbleibend hohe Zahl der Wohnungseinbrüche: 1501 Mal schlugen die Täter kreisweit zu, weswegen die Polizei derzeit mit der Aktion "Riegel vor" um mehr Aufmerksamkeit der Bürger wirbt. Wachsam sein, bei Verdacht sofort die 110 rufen, das gelte auch bei anderen Delikten, betonte Polizeidirektor Hans-Werner Winkelmann. Etwa beim Fahrradklau, laut Statistik bei den Diebstählen der häufigste Einzeldelikt. "Die Diebe fahren teils mit großen Transportern vor und sammeln die Fahrräder ein, ohne direkt die Schlösser aufzuknacken", erzählte Winkelmann von einem Fall aus dem vergangenen Jahr, bei dem Täter, die aus dem Ruhrgebiet stammten, in Neuss bei einer Diebestour gestellt worden waren. Wachsam sein sollten auch Autobesitzer — "das Auto ist kein Tresor", sagte Winkelmann, der von einer Zunahme von Autoeinbrüchen berichtete, bei denen eingebaute Navigationsgeräte gestohlen wurden.

Mit Sorge beobachtet die Polizei zudem die Serie von kleineren und größeren Brandstiftungen, deren Zahl im Verlauf des vergangenen Jahres sprunghaft angestiegen war und im Februar in dem Brand auf der A 57 gipfelte. 67 "strafrechtlich relevante Brandstiftungen" zählte die Kreispolizeibehörde 2010 — 125 waren es im vergangenen Jahr, eine Zunahme von fast 100 Prozent. Zur Aufklärung habe die Polizei ein Team von Brandermittlungsspezialisten zusammengestellt, sagt Winkelmann. "Wir ermitteln offen und verdeckt", so der Polizeidirektor. Dennoch sei die Aufklärungsquote gering, da es sich bei Brandstiftung um ein "spurenloses Delikt" handele, bei dem wenig Chancen bestehen, Fingerabdrücke oder DNA sicherzustellen.

(NGZ/url)