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Neuss: Mehr Knöllchen in Neuss als in München

Neuss : Mehr Knöllchen in Neuss als in München

Laut dem Internetportal "preisvergleich.de" liegt Neuss bei Knöllchen vor München oder Freiburg.

Politessen, die falsch geparkte Autos registrieren und Knöllchen verteilen, sind in Neuss ein gewohnter Anblick. "Knöllchen-Hochburg" ist Neuss dennoch nicht, so das Fazit des Verbraucherportals "preisvergleich.de", das jährliche Einnahmen verschiedener Städte aus Verwarn- und Bußgeldern miteinander verglichen hat.

Neuss liegt danach auf Platz 21 von 34 und damit knapp unter der Kategorie "Knöllchen-Mittelfeld". Die Mitarbeiter des Portals haben die Gesamtsumme der Verwarn- und Bußgelder pro Jahr auf die Zahl der in den Kommunen gemeldeten KfZ umgerechnet. Für Neuss ergibt sich dabei eine Summe von 22 Euro pro Jahr und Auto. Zugrunde gelegt wurden 92 158 angemeldete Wagen. Zum Vergleich: Fast dreimal so viel bezahlen Autohalter in Köln. Dort werden laut den Berechnungen des Verbraucherportals 61 Euro jährlich pro Wagen fällig.

Allerdings liegt Neuss bei Verwarn- und Bußgeldern vor Städten wie Freiburg, Göttingen, Nürnberg und sogar München. Franz Kolbecher, Leiter des Amtes für Verkehrsangelegenheiten, sieht darin jedoch kein Problem. "Ich sehe das entspannt, wir liegen im unteren Drittel und haben im Vergleich zu anderen Städten unsere Einnahmen immerhin offengelegt."

Die Landeshauptstadt Düsseldorf Beispielsweise machte gegenüber dem Portal keine Angaben zu den Einnahmen durch Knöllchen. Kolbecher weist auch darauf hin, dass viele Verwarnungen verteilt würden, weil Bürger sich bei der Verwaltung beispielsweise über Falschparker beschwerten, die Straßen blockierten.

Jährlich nimmt die Stadt nach Angaben des Amtes für Verkehrsangelegenheiten rund zwei Millionen Euro durch Knöllchen ein. "Davon entfallen rund 1,35 Millionen Euro auf den fließenden Verkehr und 650 000 Euro auf den ruhenden Verkehr", ergänzt Kolbecher.

In Neuss fließen sowohl die Einnahmen aus Verwarngeldern als auch aus Bußgeldern in den städtischen Haushalt ein. Verwarngelder werden bei geringfügigen Ordnungswidrigkeiten verhängt und betragen zwischen fünf und 35 Euro. Bei Bußgeldern muss der so Belangte auch noch die Verwaltungskosten tragen.

Das Haushaltskonsolidierungskonzept der Stadt sieht für 2013 Mehreinnahmen durch eine weitere Überwachung im fließenden Verkehr in Höhe von 100 000 Euro vor. Dazu will die Stadt mit sogenannten Radar-Wagen arbeiten, die in beide Fahrtrichtungen Raser ablichten können. Amtsleiter Kolbecher sieht durch den Einsatz von Blitzern Erfolge: "Wir setzen die Kontrollen ja hauptsächlich vor Kindergärten, Schulen und anderen gefährdeten Bereichen ein. Pro Jahr gibt es dadurch etwa 30 Prozent weniger Unfälle." Blitzerkontrollen gibt es in Neuss seit 1996.

(NGZ/top)