1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Mehr Jobs bei Acument gerettet

Neuss : Mehr Jobs bei Acument gerettet

Der Automobilzulieferer Acument ist nach 15 Monaten aus der Insolvenz. Zum 1. Februar übernahm ein indischer Konzern das Neusser Werk. Das wird unter der Bezeichnung Ruia Global Fasteners weitergeführt.

Zweimal wurde der Termin verschoben, jetzt ist es amtlich: Mit Datum 1. Februar hat die indische Ruia Group die fünf Werke des Automobilzulieferers Acument übernommen. Damit ist auch das Neusser Werk (früher: Bauer & Schaurte) aus der Insolvenz. Es wird mit den anderen Standorten unter der Bezeichnung Ruia Global Fasteners als Aktiengesellschaft fortgeführt. Der neue Name wird auch bald am Werk zu lesen sein, verspricht Christoph Schmidt-Bode, aktuell Leiter der Rechtsabteilung.

Schmidt-Bode war schon unter amerikanischer Konzernleitung für den Standort Neuss mitverantwortlich, blieb auch nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Dezember 2009 auf der Brücke und wird auch in der neuen Struktur der AG das Unternehmen weiter führen. Eine Entscheidung, die Heiko Reese, Bevollmächtiger der IG Metall, aus Arbeitnehmersicht gut heißt. An der kurzen Leine der Finanzinvestoren, denen Acument zuletzt gehörte, und ihrer Renditeerwartung sei die Geschäftsführung in ihren Möglichkeiten eingeschränkt gewesen. Der neue Besitzer scheine unternehmerischer zu denken.

In der Insolvenzphase wurden am Standort Neuss 88 Arbeitsplätze abgebaut, sagt Schmidt-Bode. 312 aber wurden gerettet. Darunter auch die Stellen von 40 Mitarbeitern, die, so Reese, zum Jahreswechsel eigentlich in eine Auffanggesellschaft hatten wechseln sollen. Und Schmidt-Bode hofft auch mit Blick auf die derzeit gute konjunkturelle Entwicklung, dass die Belegschaft irgendwann auch wieder wächst.

Als Erfolg aus Arbeitnehmersicht wertet Reese auch, dass mit dem Investor eine Beschäftigungsgarantie bis Mitte 2012 vereinbart wurde und alle befristeten Beschäftigungsverhältnisse in unbefristete umgewandelt wurden. Der neue Name für den Spezialisten für Verbindungstechnik wiederum deute an, dass Ruia eine weltweite Expansionspolitik betreibe, sagt Reese.

In der Tat gehört Indien – neben Russland, Brasilien und vor allem China – zu den Ländern, die ehrgeizige Investitionsziele diverser strategischer Ausrichtung verfolgen. In allen Fällen rangieren Technologien für Mobilität, Information und Kommunikation weit vorn. Um sich Fertigungs-Ressourcen zu sichern, ging auch Ruia auf Einkaufstour – und rettet so Jobs in Neuss.

(NGZ)