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Heimatverein hat Mitgliederzahl mehr als verdreifacht: Mehr Ideen als Arbeitsgruppen

Heimatverein hat Mitgliederzahl mehr als verdreifacht : Mehr Ideen als Arbeitsgruppen

Von Christoph Kleinau

Von Christoph Kleinau

Der "Heimatverein Gartenvorstadt Reuschenberg" im Aufwind: Seit seiner Gründung im Mai hat der Verein seinen Mitgliederbestand von 46 auf 158 mehr als verdreifachen können. Arbeitskreise wurden gebildet und die Aufnahme in den Kreisheimatbund erfolgreich betrieben. Vor allem aber wurden Ideen über Ideen zusammengetragen und entwickelt. So viele, dass der Verein weiter wachsen will, wenn nicht sogar muss.

Beflügelt fühlt sich der Vorstand mit Lothar Bäsken an der Spitze durch von den vielen positiven An- und Nachfragen, die registriert wurden, seit der Verein Anfang Mai in der "Elisabeth-Stube" aus der Taufe gehoben wurde. "Unsere Initiative wird im Ort sehr positiv aufgenommen", freut sich Geschäfsführerin Marlene Conrads. Die Kinder- und Jugendarbeit nimmt in den Vorstellungen des Vorstandes breiteren Raum ein, als man vielleicht vermuten würde. Doch der "Heimatverein Gartenvorstadt Reuschenberg" fühlt sich eben nicht allein der Pflege von Brauchtum und Mundart verpflichtet. Er will die Verbundenheit aller Bürger mit ihrem Heimatort fördern, also auch die der Kleinsten.

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Von all dem Wollen ist der Vorstand dabei schon zur Praxis übergegangen. So wurde die Frage "Was können wir für die Kinder und Jugendlichen in Reuschenberg tun?" an das Kinderbüro der Stadt herangetragen. Conrads: "Die fielen fast vom Stuhl, als wir sie danach fragten. Das hatten sie noch nicht erlebt." Doch die Gefragten fingen sich schnell. Paten für die Kinderspielplätze sollte der Heimatverein suchen, schlugen sie vor. Und der hat damit schon angefangen. Zum Beispiel, in dem er mit Handzetteln rund um den Spielplätzen für diese Idee geworben hat.

Zweiter Ansatzpunkt für eine Initiative bei der Jugendarbeit: "Wir wollen versuchen, im nächsten Jahr ein gemeinsames Martinsfest für beide Grundschulen auf die Beine zu stellen", sagt Conrads. Die feiern derzeit noch getrennt, müssen jeder für sich die Musik bezahlen. "Und das Pferd muss im Schweinsgalopp von der einen zur anderen Schule reiten", sagt die Geschäftsführerin, die auch eine alte Tradition zu diesem Fest neu beleben möchte: "Wir versuchen zu erreichen, dass jedes Kind im Zug wenigstens mit einem kleinen Weckmann nach Hause geht." Naturführungen zum Reuschenberger See, oder ein Kinderfest - auch daran denkt der Vorstand schon. Allerdings müssten sich dazu noch mehr Helfer für die Arbeitsgruppe Kinder und Jugend gewinnen lassen.

Wie überhaupt fast jede der sechs gebildeten Gruppen noch Verstärkung benötigt. "Die Mundartgruppe scheint recht aktiv zu werden", vermutet Conrads. Doch die Archivgruppe, die sich um die Geschichte des Ortes und die Sichtung und Sammlung von Urkunden, Verträgen und Fotos aus Vergangenheit und Gegenwart bemühen soll, ist mit zwei Mitarbeitern noch ziemlich unterbesetzt. Als "vereinsübergreifender Verein" sehen sich die Aktiven im Heimatverein auch für Dinge in der Verantwortung, die den Ort und alle seine Vereine berühren. Die Gruppe "Reuschenberger Kalender" zum Beispiel wird, nachdem der TuS Reuschenberg dieses Projekt im Vorjahr abgegeben hat, alle Termine für den Ort in einem Jahreskalender zusammentragen. Dazu zählt er alle öffentlichen Veranstaltungen von Vereinen und Gemeinden.

Wer seine Feste, Feiern, Vorträge oder Exkursionen dort aufgelistet sehen möchte, soll diese bis spätestens zum 30. September in der Geschäftsstelle des Heimatvereins, Bergheimer Straße 496, anzeigen. Der zweite Vorstoß für alle Reuschenberger hat die Gestaltung des Kirmesplatzes als Dorfmittelpunkt zum Ziel. Wie das aussehen kann, soll am "runden Tisch" und im Gespräch mit allen Nutzern des Platzes - Schützen, Bauern- und Weihnachtsmarkt - vor dem Hintergrund ihrer Bedürfnisse erörtert werden. Dass der Platz aber unter dem Strich nur gewinnen kann, glaubt Conrads sicher. Gerade bei diesem Vorhaben wird die Stadt ein wichtiger, wenn nicht ausschlaggebender Partner sein. Deshalb will sich der Vorstand in den nächsten Tagen um einen Termin bei Bürgermeister Napp bemühen. Nächstes Ziel für die unmittelbare Zukunft: Die Eintragung ins Vereinsregister erreichen. Denn wer Ideen umsetzen will, braucht (Spenden-)Geld.