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Mehr Bio in Kantinen: Stadt Neuss kündigt Gespräche an

Diskussion in Neuss : Mehr Bio in Kantinen - Stadt kündigt Gespräche an

Der Ernährungsrat des Rhein-Kreises setzt sich für nachhaltigere Speise-Pläne in Neusser Kantinen und Mensen ein. Aber tut die Verwaltung genug, um dieses Ziel zu erreichen? Die Meinungen in der Politik gehen auseinander.

(jasi) Es war der Tagesordnungspunkt, über den in der jüngsten Sitzung des Beschwerdeausschusses am angeregtesten diskutiert wurde: Der Ernährungsrat des Kreises hatte eine Anregung formuliert, mit der eine kulinarische Wende eingeläutet werden soll – für mehr Einsatz von Bio-Lebensmitteln in Kantinen von Rathaus, Schulen und Co. Über die Sinnhaftigkeit dieses Ziels herrschte Einigkeit unter den Mitgliedern, nicht jedoch über die Frage: „Tut die Verwaltung genug, um dieses Ziel zu erreichen?“.

Die Stadt hatte bereits im Vorfeld Stellung bezogen und betont, dass sie den Vorstoß des Ernährungsrats zwar für „inhaltlich unterstützungswürdig“ halte, allerdings nur eine beschränkte Einflussmöglichkeit auf die Essenspläne habe, weil weder Rathaus-Kantine noch Schulmensen und Kita-Verpflegungen in städtischer Hand liegen. Zudem betonten Betreiber auf Nachfrage unserer Redaktion, dass sich die Verwendung zusätzlicher Bio-Produkte unweigerlich im Preis widerspiegele. „Der Antrag ist eine echte Herausforderung, das sehen wir auch so. Wir brauchen aber eine Auseinandersetzung mit dem Thema Ernährung – ein ,weiter so’ darf es nicht geben“, sagte Agnes Groschke-Faruß als Vorsitzende des Ernährungsrats, die dazu aufforderte, Gespräche mit dem Kantinenausschuss aufzunehmen und die Verträge der Stadt auf den Prüfstand zu stellen.

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Bernd Kahlbau (FDP) lobte zwar die Zielsetzung, war jedoch „irritiert“ über die Tatsache, dass seiner Auffassung nach lediglich Druck auf Betreiber ausgeübt werden soll. „Man muss die Bürger mehr mitnehmen“, forderte er. Trotz der eingeschränkten Handhabe betonte Claudia Paschek für die Verwaltung: „Wir unterstützen das Ziel und werden versuchen, dort Einfluss zu nehmen, wo es möglich ist.“

Kritik kam allerdings von Cornel Hüsch (CDU). Die Ergebnisse des städtischen Engagements beim Thema Ernährung seien „ernüchternd und schlecht“. Bislang sei alles andere als zufriedenstellend gearbeitet worden. „Freundliche Gespräche sind nicht ausreichend“, so Hüsch.

(jasi)