1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Max Mothes zieht nach Neuss

Neuss : Max Mothes zieht nach Neuss

Nach der Rettung aus der Insolvenz verlässt der Schraubenhersteller Max Mothes Düsseldorf und zieht nach Neuss. Hier gibt es bereits eine Fertigung und ein Lager. Jobs seien nicht in Gefahr, sagt Geschäftsführer Frederik Roth.

Der Schraubenspezialist Max Mothes wird sein Stammhaus in Düsseldorf schließen. Binnen eines Jahres will der neue Eigentümer Schüring & Andreas alle Aktivitäten des Traditionsunternehmens am Standort in Neuss konzentrieren. "Innerhalb eines Jahren wollen wir den Standort in Düsseldorf-Bilk aufgeben und nach Neuss verlagern", sagte der neue Geschäftsführer Frederik Roth im Gespräch mit der Neuß-Grevenbroicher Zeitung.

In Neuss ist bereits heute die Produktion von Schrauben-Mothes und ein großes Lager. "Unser Düsseldorfer Hauptsitz an der Suitbertusstraße ist ja praktisch im Wohngebiet. Das ist für ein Unternehmen mit 40 Millionen Euro Umsatz kein guter Standort", sagte Roth zur Begründung. Der Neusser Standort habe bereits heute größere Kapazitäten. "Gegebenenfalls müssen wir dort erweitern", sagt Roth.

Gewinn bereits für 2011 erwartet

Der Schraubenhersteller Max Mothes hatte im April Insolvenz anmelden müssen. Lange war ungewiss, was mit dem Betrieb und seinen 300 Beschäftigten passieren würde. Diese Woche verkündete der Berliner Investor Schüring & Andreas seinen Einstieg bei Mothes und damit die Rettung des Unternehmens. 230 Jobs wurden so gesichert. 70 Mitarbeiter hatten das Unternehmen freiwillig verlassen — schließlich ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt für Arbeitnehmer derzeit gut.

Die Partnerschaft Schüring & Andreas ist spezialisiert auf Sanierungsübernahmen. Die Partnerschaft beteiligt sich stets mehrheitlich an Firmen zwischen 20 und 200 Millionen Euro Umsatz. "Die Gewinne belassen wir im Unternehmen für Investitionen. Wir wollen immer langfristig im Boot bleiben. Wir sind kein Finanzinvestor", sagt Roth. Elf mittelständische Beteiligungen hat die Partnerschaft bereits. In der Region ist Schüring & Andreas kein Neuling. Vor fünf Jahrenwurde die Firma Feag aus der Insolvenz gekauft, darunter ein Werk in Dormagen mit 100 Beschäftigten. Heute ist Feag wieder kerngesund.

Die Krise bei Max Mothes fing an, als im Jahr 2008 eine neue Software eingeführt wurde. Ausgerechnet in der damaligen Boomphase konnten Kunden nicht beliefert werden. Dann kam die Wirtschaftskrise. Der damalige Geschäftsführer holte sieben Banken ins Haus. "Viel zu viele für ein Unternehmen dieser Größenordnung. Die Banken konnten sich kaum einigen und reduzierten die Kreditlinien immer stärker", sagt Roth. Als dann die Nachfrage im Jahr 2010 wieder anzog, brach das Max Mothes das Genick. Die Lieferungen mussten vorfinanziert werden. Dafür reichten die Kreditlinien nicht aus. Max Mothes tappte in die Liquiditätsfalle und musste Insolvenz anmelden.

(NGZ/rl)