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Neuss: Masterplan verändert Neuss

Neuss : Masterplan verändert Neuss

Die Fraktionen im Stadtrat haben sich darauf geeinigt, ein Masterplan-Verfahren für die Entwicklung der Innenstadt einzuleiten. Das Geld steht zur Verfügung, eine Expertengruppe kann sofort die Arbeit aufnehmen.

Für die Gestaltung der erweiterten Innenstadt bekommt Neuss Anfang kommenden Jahres ein Masterplan-Verfahren. Darin sind sich, das sagt CDU-Fraktionschef Karl Heinz Baum, "ausnahmslos alle Fraktionen im Stadtrat einig". Es geht um die Bereiche Rheintor-/Batteriestraße und die Verbindung zwischen der Innenstadt und dem Rheinparkcenter. Eine erfahrene Stadtplanungs- und Projektgruppe unter der Leitung von Dieter Blase (Essen) wird das Verfahren leiten und moderieren.

Es ist eines der wichtigsten Anliegen von CDU und FDP, und daher haben sie es auch in ihren Koalitionsvertrag geschrieben: ein Masterplan-Verfahren für die Innenstadt-Gestaltung. In diesem Verfahren, so heißt es in der Vereinbarung der beiden Fraktionen, sollen "externe Moderatoren, Architekten, Experten Vorschläge für die städtebauliche Entwicklung der Innenstadt erarbeiten". Die Achse Rheinparkcenter-Innenstadt soll verkehrlich und städtebaulich entwickelt werden. In einer Veranstaltung des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und der NGZ ("Wer plant die Stadt?") war im Juni 2009 von Experten ein Masterplan für Neuss als sinnvoll bezeichnet worden.

"Wir haben auf der Batteriestraße ein Verkehrsproblem, das gelöst werden muss", sagt Karl Heinz Baum. Das wird seit Jahren immer wieder kontrovers diskutiert, ohne dass es bisher technisch machbare, finanzierbare und politisch durchsetzbare Vorschläge gab. Eine Idee war sogar eine Untertunnelung der Batteriestraße. Der zweite Bereich betrifft die Anbindung des Rheinparkcenters an die Innenstadt. Baum: "Dabei sollen der VfR-Platz und das Gewerbeareal Hammfeld II miteinbezogen werden."

Skeptisch ist die Verwaltung. Bürgermeister Herbert Napp hält einen Masterplan ("Ich fürchte, dass er Entwicklungen eher behindert") an dieser Stelle für eher ungeeignet: "Was soll dort gestaltet werden? Der Wendersplatz steht wegen des Schützenfests planerisch ebenso wenig zur Verfügung wie der Kirmesplatz, die Rennbahn ist gestaltet. Sollen am Derendorfer Weg etwa Wohnungen entstehen?", fragt er. Die Verwaltung will dort Gewerbe ansiedeln, "es gibt konkrete Interessensbekundungen."

Gleichwohl wollen die Fraktionen in der Ratssitzung am 18. Dezember den Masterplan auf den Weg bringen. Schon für dieses Jahr standen im Haushalt 50 000 Euro für Planungskosten zur Verfügung, die nicht ausgeschöpft und ins neue Jahr übertragen werden sollen. Die Expertengruppe könnte sofort an die Arbeit gehen und in zwei aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten die definierten Räume untersuchen und Lösungen erarbeiten. Für Herbst 2011 ist eine Schlusspräsentation vorgesehen.

(NGZ)