Neuss: Massagen für Körper und Seele

Neuss: Massagen für Körper und Seele

Physiotherapeutin Christiane Beulen-Roscheck bietet als einzige im Stadtgebiet Massagen für Schwangere an. Nach der Geburt können die Frauen mit ihren Babys kommen. Das Johanna-Etienne-Krankenhaus hat Interesse an dem Angebot.

Der drei Monate alte Benedikt guckt zufrieden. Völlig entspannt liegt er auf einer blauen Matte vor seiner Mutter Alexandra Küsters und lässt mit sichtlichem Wohlbehagen geschehen, was Mama mit ihm anstellt: Bäuchlein massieren. Linker Arm zum rechten Bein. Rechter Arm zum linken Bein. Alles nach Anleitung von Physiotherapeutin Christiane Beulen-Roscheck. "Babys, die massiert werden, fühlen sich wohl in ihrer Haut. Gleichzeitig wird ein inniger Kontakt zu der Mutter oder dem Vater aufgebaut, das Urvertrauen der Kinder und auch ihre Wahrnehmung werden gestärkt", erklärt sie. Vor allem die Überkreuz-Bewegung über die Körpermitte sei wichtig, damit die Kleinen wahrnehmen, dass sie zwei Körperhälften haben. Beulen-Roscheck selbst fasst die Babys allerdings nicht an. Sie demonstriert die Massagetechniken an einer Puppe und gibt Hinweise, worauf es ankommt. "Ben genießt die Berührungen - und die Massagetechniken haben uns schon sehr geholfen, wenn er unter Blähungen oder Koliken litt", berichtet Alexandra Küsters.

Sie ist Christiane Beulen-Roschecks Schwester und hat die ausgebildete Physiotherapeutin auf die Idee gebracht, ihr Angebot um Baby- und vor allem Schwangeren-Massagen zu erweitern. "Als ich mit Ben schwanger war, litt ich unter fürchterlichen Rückenschmerzen. Und habe in der Umgebung nach jemandem gesucht, der mir Entlastung bieten kann - vergeblich. Und wegen meines dicken Bauches wagte sich auch meine Schwester nicht an eine Massage", erinnert sich die 35-Jährige.

Das sollte sich ändern. Christiane Beulen-Roscheck entschied sich für eine Fortbildung. "Dabei stieß ich auch auf das Thema Baby-Massage und habe schließlich mit zwei Kolleginnen aus der Praxis einen vier Tage dauernden Kursus in Gießen gemacht", erzählt sie. Im Unterschied zu anderen medizinischen Massagen gehe es bei den Schwangeren in erster Linie um das Wohlbefinden - von Mutter und Kind. "Es sind Ganzkörper-Massagen, die in entspannter Atmosphäre mit leiser Musik und in bequemer Seitenlage ausgeführt werden", erklärt sie. Dabei gehe es vor allem um den unteren Rückenbereich sowie Schulter- und Nackenpartie.

"Durch den schweren Bauch werden diese Bereiche sehr belastet. Diese Verspannungen werden durch ruhige Grifftechniken sanft gelöst", so Christiane Beulen-Roscheck. Aber auch die Lymphdrainage gehöre zur Behandlung der Frauen dazu. "Viele Schwangere leiden unter Wassereinlagerungen", erläutert die 39-Jährige. Geeignet sei die Massage im übrigen für jede Frau in jedem Stadium der Schwangerschaft. "Wer ganz auf Nummer sicher gehen will, sollte die ersten drei Monate abwarten", rät die Expertin. Für ihre Schwester kam Beulen-Roschecks Qualifikation allerdings zu spät. "Der Fortbildungstermin war erst eine Woche nach Benedikts Geburt", erzählt Alexandra Küsters.

Mit den nächsten Kursen, sowohl für Baby- als auch für Schwangeren-Massage, will die Physiotherapeutin in ihrer Praxis an der Venloer Straße im Januar beginnen - und ihr Angebot weckt Interesse. "Das Johanna-Etienne-Krankenhaus ist auf uns zu gekommen. Wir sind mit der Gynäkologie im Gespräch über eine mögliche Kooperation", berichtet sie.

(NGZ)