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Neuss: Martins-Komitee sucht Schützenhilfe

Neuss : Martins-Komitee sucht Schützenhilfe

Sinkende Spendenbereitschaft erschwert Organisation des Innenstadt-Zuges.

Kaum ein Brauch hat im Rheinland eine so lange Tradition wie die Lichterzüge am St.-Martins-Tag. Doch auch in Neuss wird es immer schwieriger, diese aufrecht zu erhalten. Das St.-Martins-Komitee Neuss-Altstadt ist deshalb dabei, sich unter Führung seines neuen Präsidenten Philip Benning (36) neu aufzustellen und sucht dazu auch den Schulterschluss mit den Neusser Bürgerschützen. "Wir wollen die Organisation nicht abgeben", betont der Rechtsanwalt, aber in einigen Ortsteilen sei der Martinszug ohne Schützen schon heute nicht denkbar.

Mit 1400 Schulkindern und einer kleineren Anzahl Kindergartenkindern – plus Familien – rechnet das Martins-Komitee, wenn am Donnerstag, 7. November, der St.-Martins-Zug durch die Innenstadt geht. Knapp 3000 Euro braucht das Komitee, um die Musik und den Weckmann zu bezahlen, den jedes Kind anderntags bekommt. Dieses Geld zusammen zu bekommen, sei inzwischen "ein sehr mühseliges Unterfangen", sagt Benning. 300 Euro kommen von der Stadt, die ihren Zuschuss allerdings im Vergleich zu Vorjahren halbiert hat. "Dabei veranstalten wir den Zug doch für die Stadt", sagt Benning. Die Restsumme wurde in der Vergangenheit vor allem über Spenden finanziert, um die Schulkinder an den Haustüren baten. Das sei immer schwieriger zu organisieren, sagt Benning, auch weil die Spendenbereitschaft rückläufig ist. "Immer öfter bleiben die Türen zu." Und auch die Firmenspenden werden weniger. Umgekehrt steigen die Kosten, auch wenn der Bäcker, der die Weckmänner liefert, schon einen, so Benning, "Superpreis macht".

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Mit einem neuen Schatzmeister, der im Dezember zur Wahl steht, will Benning das Thema Finanzen stabilisieren, durch erneute Einbindung des Schulverwaltungsamtsleiters auch auf der Position des Vizepräsidenten einen Neuanfang zu starten. Mit einer Unterstützung durch die Schützen verbindet Benning vor allem die Hoffnung, leichteren Zugang zu den Musikervereinen und -zügen in der Stadt zu bekommen. Zuletzt sei es leider so gewesen, dass nicht überall in dem unterwegs immer länger werdenden Zug Musik zu hören war. Und dann werde auch nicht gesungen.

(-nau)