1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Martin Flecken kandidiert für den Stadtrat

Neuss : Martin Flecken kandidiert für den Stadtrat

Wer kommt, wer geht? Die Neusser CDU bastelt an ihrem Personaltableau für die Kommunalwahl im Mai. Viele Fragen sind offen. Fest steht, dass Parteichef Geerlings einen prominenten Namen präsentiert: Komitee-Mitglied Martin Flecken.

Parteichef Jörg Geerlings ist ein Coup gelungen. Der CDU-Anführer hat mit dem Rechtsanwalt und Komitee-Mitglied Martin Flecken (57) ein angesehenes Mitglied der Neusser Gesellschaft erstmals für eine Ratskandidatur gewonnen, wenn im Mai 2014 ein neuer Stadtrat gewählt wird. "Ja, ich trete an", bestätigt Flecken, "als Sachkundiger Bürger gehöre ich seit 1979 der Großen Fraktion an. Jetzt möchte ich gern auch als Stadtverordneter Verantwortung übernehmen."

Wechsel bei der CDU; v. l.: Christian Paul Thywissen (73) und Dirk Bongards (40) scheiden auf eigenen Wunsch aus dem Rat aus; Monika Mertens-Marl (57) und Martin Flecken (57) bewerben sich erstmals für eine Kandidatur. Foto: aRCHIV (3)/Woi (1)

Mit seinem Einstieg in die (Kommunal-)Politik setzt er eine Familientradition fort. Würde Martin Flecken von den Neussern in den Rat gewählt, wäre er dort in fünfter Generation vertreten. Sein Vater Karl war Vorsitzender der CDU-Fraktion, sein Großvater Adolf war Ratsherr und von 1947 bis zu seinem Tod 1966 Landtagsabgeordneter in Düsseldorf. Er gehörte dem Kabinett von Ministerpräsident Karl Arnold zunächst als Innen- und später als Finanzminister (1959 bis 1956) an.

Wechsel bei der CDU; v. l.: Christian Paul Thywissen (73) und Dirk Bongards (40) scheiden auf eigenen Wunsch aus dem Rat aus; Monika Mertens-Marl (57) und Martin Flecken (57) bewerben sich erstmals für eine Kandidatur. Foto: aRCHIV (3)/Woi (1)

"Martin Flecken ist eine Verstärkung", sagt CDU-Vorsitzender Geerlings, der dem Neuling den Wahlkreis Dreikönigenviertel angeboten hat. Den muss die CDU neu besetzen, denn der dort direkt gewählte Kaufmann Christian Paul Thywissen (73) verzichtet auf eine erneute Kandidatur für den Stadtrat.

Wechsel bei der CDU; v. l.: Christian Paul Thywissen (73) und Dirk Bongards (40) scheiden auf eigenen Wunsch aus dem Rat aus; Monika Mertens-Marl (57) und Martin Flecken (57) bewerben sich erstmals für eine Kandidatur. Foto: aRCHIV (3)/Woi (1)

Gut möglich, dass Martin Flecken noch in der zu Ende gehenden Wahlperiode Stadtverordneter wird. Er ist auf der Reserveliste erster Nachrücker für den Fall, dass einer der 27 christdemokratischen Stadtverordneten ausscheidet — und dieser Fall zeichnet sich ab: Dirk Bongards (40), Verlagskaufmann und studierter Jurist, wird 2014 nicht mehr antreten, weil er eine neue berufliche Herausforderung in Münster übernimmt und somit seinen Wohnsitz nach Westfalen verlegt. "Ich hätte mich gern weiterhin für Neuss, die Neusser und die CDU engagiert", sagt Bongards, "aber Familie und Beruf gehen vor". Bongards ist Ratsherr mit Wahlkreis im Stadionviertel. Wer ihm folgen wird, ist offen. "Der Prozess der Personalfindung läuft", sagt Jörg Geerlings.

Für den 5. Dezember ist die Aufstellungsversammlung terminiert. Dann sind alle 1500 Neusser Christdemokraten aufgerufen, die stadtweit 29 Wahlkreise mit Direktkandidaten zu besetzen. Dafür wird der Parteivorstand ein Personaltableau vorschlagen. Das Bewerbungs- und Auswahlverfahren läuft. In insgesamt vier Runden müssen sich alle parteiinternen Bewerber einer großen Findungskommission aus Mitgliedern von Parteivorstand und Fraktionsführung vorstellen. "Ich habe den Anfang gemacht", verrät Parteichef Jörg Geerlings.

Eine, die sich auf jeden Fall vorstellen wird, ist Monika Mertens-Marl (57). Nach dem Tod von Ratsfrau Rita Hau übernahm die Rechtsanwältin im Oktober 2012 die Betreuung des Wahlkreises Vogelsang. "Für die CDU-Kandidatur in Vogelsang bewerbe ich mich", bestätigt Mertens-Marl. "Ich möchte mir kein Krönchen aufsetzen, sondern mich für die Menschen in meinem engsten Lebens- und Wohnumfeld engagieren." Sie arbeitet seit mehr als 25 Jahren in Gremien der katholischen Pfarrgemeinde St. Josef mit.

Mit Klaus Karl Kaster (71, Grimlinghausen) und Andreas Hamacher (30, Furth) haben zwei weitere CDU-Ratsherren erklärt, dass sie nicht mehr für den Rat kandidieren werden. Auch ihre Wahlkreise müssen neu besetzt werden.

(NGZ)