Neuss: Marianum: Drei Manager sitzen in U-Haft

Neuss : Marianum: Drei Manager sitzen in U-Haft

Die Käufer sind verunsichert, drängen auf Informationen. Die Nachricht von der Razzia beim Marianum-Bauherrn Licon in Leipzig war am Freitag das Thema Nummer eins in Neuss.

Während die drei der Untreue und der Steuerhinterziehung beschuldigten Licon-Manager "bis auf weiteres in Untersuchungshaft" bleiben, bemühte sich Peter Krupinski in Neuss um Schadensbegrenzung: "Die Bauverein AG führt ihr Eigentumsprojekt ,Am Marianum' weiter planmäßig fort." Auf der Baustelle an der Preußenstraße wurde am Freitag gearbeitet.

Der Bauverein-Prokurist legt wert darauf, dass auf dem ehemaligen Marianum-Areal derzeit zwei getrennte Projekte hochgezogen werden: Im Parkgelände baut der Bauverein 51 exklusive Eigentumswohnungen. Die ersten Käufer, so Krupinski, werden im Dezember ihre neuen Einfamilienhäuser beziehen. Im Altbau, dem ehemaligen Notburgahaus, errichtet die Licon-Gruppe in einer separaten Maßnahme 90 Eigentumswohnungen.

Nach den dramatischen Ereignissen vom Mittwoch hat es bei der Licon-Gruppe inzwischen einen Wechsel in der Geschäftsführung gegeben. Das Landgericht hat den kapitalgebenden Gesellschafter Jürgen Henning und den ehemaligen WestLB-Chef Alexander Stuhlmann zu neuen Geschäftsführern bestellt. Das wird in Neuss "positiv" bewertet. Bauverein-Chef Frank Lubig: "Wir befinden und im Gespräch und gehen nach den uns vorliegenden Informationen davon aus, dass die Licon ihr Projekt in Neuss seriös abwickeln wird." So soll die jetzt vom Duo Henning/Stuhlmann geleitete Licon Wohnbau GmbH als Mehrheitsgesellschafter den direkten Zugriff auf die in Neuss tätige Projektgesellschaft Licon Marianum GmbH & Co KG haben. "Das ist eine gute Nachricht", sagt Peter Krupinski.

Die Firma Licon selbst habe mit den Betrügereien nichts zu tun. Das erklärte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden, gegenüber den Medien: "Licon ist in unseren Augen die Geschädigte." Henning hatte als Teilhaber und Geldgeber die Ermittlungen durch seine Anzeige selbst ins Rollen gebracht. Laut Klein fanden im Rahmen der bundesweiten Razzia im Raum Neuss keine Durchsuchungen statt: "Firmen und/oder Mitarbeiter aus der Stadt bzw. Rhein-Kreis Neuss sind nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht von den Ermittlungen betroffen."

(NGZ)
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