Serie Neusser Kunst – Die Werke Und Ihre Künstler: Marga Groove blieb ihrem Stil stets treu

Serie Neusser Kunst – Die Werke Und Ihre Künstler: Marga Groove blieb ihrem Stil stets treu

Die 2002 gestorbene Künstlerin Marga Groove-Markovic bleibt durch ihre vielen Arbeiten im Stadtgebiet sehr präsent.

Neuss Völlig in sich versunken, die Augen geschlossen, die Hände übereinandergelegt, erträgt sie ihren Schmerz ganz alleine, nur eine Friedenstaube begleitet sie. Die Bronzefigur "Die Trauernde" auf dem Berliner Platz ist nur eines von vielen Werken der Neusser Künstlerin Marga Groove-Markovic, das in der Stadt seinen Platz gefunden hat. Auch ihre Figur "Sitzender Knabe", ebenfalls aus Bronze, können die Neusser am Ausgang des Stadtgartens antreffen.

Der "Sitzende Knabe" von 1963 im Stadtgarten ist eine der Skulpturen aus dem Atelier von Marga Groove-Markovic. Foto: Woi

"Für Neuss und die Region hat Marga Groove-Markovic eine große Bedeutung, an den öffentlichen Plätzen ihrer Heimatstadt ist ihre Kunst stark vertreten. Auch in viele privaten Haushalten finden sich ihre Werke", sagt Gisela Götte, die von 2006 bis 2008 das Clemens-Sels-Museum geleitet hat und Groove-Markovic persönlich kannte. "Ich halte sie für eine absolut überzeugende, vielfältige Künstlerin, außerdem war sie natürlich eine reizende Frau. Sie war unheimlich aufgeschlossen und vielseitig interessiert, ihr Haus war voll von Büchern und Kunstwerken, nicht nur ihren eigenen", erzählt Götte.

Marga Groove-Markovic wurde am 27. September 1920 in Düsseldorf geboren und lebte bis zu ihrem Tod am 4. Dezember 2002 in Neuss. Ab 1926 besuchte sie die Schule Marienberg, die zu der Zeit auch noch eine Vorschule hatte. Bis zur elften Klasse blieb sie dort und lernte dort auch die spätere Gründungsdirektorin des Clemens-Sels-Museums, Irmgard Feldhaus, kennen. Die beiden blieben ein Leben lang befreundet, 1984 widmete Irmgard Feldhaus, die im August 2010 verstarb, ihrer Schulfreundin eine Ausstellung im Clemens-Sels Museum.

Nach ihrem Schulabschluss besuchte Groove-Markovic einige hauswirtschaftliche Internate in Reichenhall und Lindau, um anschließend nach Neuss zurückzukehren. Eine Verwandte vermittelte ihr den Kontakt zu dem Düsseldorfer Bildhauer Zoltan Székessy. Dieser nahm sie 1938 in seinem Atelier als Schülerin auf, und brachte ihr die Grundkenntnisse des plastischen Gestaltens bei. Sie begegnete auch anderen Bildhauern wie Kurt Zimmermann oder Hein Minkenberg, der ihr auch bei der Beschaffung von geeignetem Material für ihre Kunst behilflich war.

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Neben Skulpturen aus Bronze schuf sie in dieser frühen Zeit auch Arbeiten aus Holz wie die in ein Kopftuch gehüllte, weinende "Russin" von 1943. Vor allem in dieser Figur zeigt sich ihre Erschütterung über das Schicksal der osteuropäischen Zwangsarbeiter, die sie während des Krieges täglich auf der Straße beobachtete.

Wie viele Künstler genoss Marga Groove-Markovic in der unmittelbaren Nachkriegszeit die neue künstlerische Freiheit und schuf in kürzester Zeit enorm viele Werke. Schon 1946 war sie mit elf Arbeiten an der ersten Kunstausstellung nach Kriegsende, der "Rheinischen Sezession" in Düsseldorf vertreten. Besonders gewürdigt wurde die erst 30-Jährige im Jahr 1950, als die Stadt Düsseldorf ihr den Cornelius-Preis verlieh.

Mit steigender Bekanntheit wuchsen auch ihre Aufträge. Die "Madonna mit Kind" in der Christkönigkirche ist nur eines ihrer vielen Kirchenwerke. Auch für Schulgebäude oder öffentliche Plätze waren ihre Skulpturen und Reliefs, die oft spielende, lesende oder träumende Kinder darstellten, gefragt. Vor allem angeregt durch ihren Mann Milan Markovic begann sie in den 1960er Jahren mit der Ölmalerei, die Bilder waren meist in verhaltenen, dunklen Tönen gehalten. Diesen folgten farbkräftige Hinterglasbilder, ab den späten 70er Jahren kamen Kollagen dazu. "Ihrem Stil der Klassischen Moderne ist sie in jeder Disziplin treugeblieben, und sie hat sich nicht aktuellen Modetrends der Kunst unterworfen. Vielleicht liegt darin der Grund, dass sie überregional nicht die Würdigung erfährt, die sie in meinen Augen verdient", resümiert Gisela Götte.

(NGZ)
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