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Neuss: Mann missbrauchte Nichte: Zwei Jahre Haft auf Bewährung

Neuss : Mann missbrauchte Nichte: Zwei Jahre Haft auf Bewährung

Das Mönchengladbacher Landgericht hat einen 57-jährigen Neusser wegen sexuellen Missbrauchs zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und der Zahlung von 12.000 Euro verurteilt. Er hatte gestanden, seine Nichte mehrfach missbraucht zu haben. Eine eigene Aussage blieb dem Opfer dadurch erspart.

Unsicher und nervös wirkte der Neusser, als der Staatsanwaltschaft seine Anklage verlas: Demnach soll Peter K. (Namen geändert) bei mehreren Gelegenheiten die heute 20 Jahre alte Tochter seines Bruders zu sexuellen Handlungen veranlasst haben. Eine Erklärung für seine Tat konnte der Maschinenschlosser nicht liefern. "Das hat sich jeweils einfach so ergeben, ich weiß auch nicht warum", stammelte er. In einem Fall habe die Mutter des Mädchens mit im Auto gesessen. Das Kind habe den Kopf auf seinen Schoß gelegt, weil es müde gewesen sei. Das habe er ausgenutzt, die Hose geöffnet und die Hände des Mädchens dort hinein "gelenkt".

Weitere Taten sollen sich unter anderem auf einem Spielplatz und auf dem Parkplatz der Skihalle ereignet haben. Der Missbrauch endete 2001, nachdem die Familie seines Bruders den Kontakt zu ihm abgebrochen hatte — offenbar hatte sich das Opfer seinen Eltern anvertraut.

Zehn Jahre später zeigte die 20-jährige Frau ihren Peiniger an. "Sie leidet nach wie vor unter dem Geschehen und gilt als traumatisiert", sagte Gerichtssprecher Joachim Banke. Das Gericht verhängte zwei Jahre Haft auf Bewährung und ordnete als Bewährungsauflage eine ambulante Therapie an. Gleichzeitig muss er 12.000 Euro Geldbuße zahlen. 5000 Euro davon gehen an das Opfer.

(NGZ)