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Neuss: Malerin und Köchin

Neuss : Malerin und Köchin

Nach dem Abitur hat Catherine Island zunächst eine Kochlehre gemacht, begann danach ein Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie. Für ein Café auf der Raketenstation tauscht sie nun die Leinwand gegen den Herd.

In ihrer Brust schlagen zwei Herzen, sagt sie selbst — und genau das macht Catherine Island zu einer idealen Partnerin der Stiftung Insel Hombroich. Denn die 41-Jährige ist Künstlerin und Köchin, beides gleichermaßen gelernt.

Das eine an der Kunstakademie in Düsseldorf; das andere in einer Lehre direkt nach dem Abitur in Köln. Vor gut sechs Jahren kam sie als Kunststudentin zum ersten Mal auf die Insel Hombroich, und geblieben ist sie als Köchin. Als Küchenchefin bei Veranstaltungen ist sie bislang nur punktuell im Einsatz gewesen; demnächst aber wird sie täglich anwesend sein, denn Catherine Island wird das neu entstehende Café auf der Raketenstation betreiben.

Am liebsten hätte sie noch vor Weihnachten eröffnet: "Anmeldungen für ein Gänseessen hätte ich schon gehabt", sagt sie lachend, aber da in der Baracke des ehemaligen Internationale Institute of Biophysic (IIB) gleich hinter dem Eingangstor zur Raketenstation einige Renovierungen notwendig sind, ist es mit dem Zeitplan zu eng geworden.

Für die gebürtige Kölnerin, die seit 1998 in Düsseldorf wohnt und "die ersten vier Jahre unter richtigem Heimweh" litt, ist der Schritt zur Café-Betreiberin zugleich auch ein erster Schritt in Richtung Selbständigkeit. Am Anfang weiß sie die Stiftung Insel Hombroich noch an ihrer Seite, aber auf Dauer ist daran gedacht, dass sie Pächterin wird. Ob das klappt, hängt wesentlich vom Erfolg des Projektes ab.

Zunächst macht sie alles allein, steht in der Küche und betreut die Gäste, will deswegen am Anfang nur einen Raum bespielen, bei gutem Wetter aber auch eine Außengastronomie betreiben. Kleine Snacks will sie anbieten; Kräuter kommen natürlich aus dem Klostergarten, für andere Naturalien hat sie schon Kontakt mit Gärtnern aufgenommen. Einen Metzger aus der Umgebung sucht sie noch, aber einen Winzer, der "noch nicht en gros verkauft", hat sie schon gefunden. "Wichtig ist mir, dass alles aus biologischem Anbau stammt", betont sie.

Doch ob Snack oder Kuchen — alles wird von Catherine Island in der Küche handgemacht. "Sogar die Essiggurken sind von mir eingelegt", versichert sie mit einem fröhlichen Lachen. Dass sie damit einen Vollzeit-Job übernimmt und das auf Kosten ihre künstlerischen Arbeit geht, ist ihr klar: "Zwei Jahre lang wird das sicher so sein." Gleichwohl freut sie sich auf die neue Herausforderung, sagt gar: "Ich konnte mir sowas schon immer vorstellen und bin froh, dass man mich gefragt hat."

Für den Umbau des alten IIb kann sich zudem auf einen Menschen verlassen, der als Architekt weiß, was er tun muss und Islands Bedürfnisse auch gut kennt. Jo Meyer ist ihr Lebensgefährte, hat bereits Kaffeebars für die Kunsthalle in Düsseldorf und das Folkwang-Museum in Essen entworfen.

Wenn das Dach saniert, der Fußboden abgeschliffen, die Küche installiert ist und die von Katsuhito Nishikawa entworfenen Hombroich-typischen Möbel stehen, werden etwa 25 Menschen in dem neuen Café Platz finden.

Zunächst mal zu den nachmittäglichen Öffnungszeiten; abendliche Veranstaltungen müssen sich erst ergeben. Nicht ausschließen will Island zudem, dass im Café auch Ausstellungen stattfinden — als eine Art "Off-Raum für Kunst", sagt sie. Und ergänzt: "Anfragen von Kölner Galerien gibt es schon."

(NGZ)