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Neuss: Malerin spielt mit Schärfe und Unschärfe

Neuss : Malerin spielt mit Schärfe und Unschärfe

Die aus dem Iran stammende Malerin Mahssa Askari stellt ihre Werke ab morgen im Atelierhaus Hansastraße aus.

Dass ein Künstler zum zweiten Mal im Atelierhaus Hansastraße ausstellt, hat es bisher noch nicht gegeben. Insofern ist die Ausstellung der Malerin Mahssa Askari gleichzeitig eine Premiere. Schon im Jahr 2009 war sie mit ihren Bildern im Atelierhaus vertreten, ab morgen sind aktuelle Werke der aus dem Iran stammenden Künstlerin zu sehen.

"Frau Askari hat vor kurzem als Meisterschülerin bei Professor Hebert Brandl ihren Akademiebrief erhalten, das war für uns eine gute Gelegenheit zu schauen, wie sie sich künstlerisch weiterentwickelt hat", sagt Kulturamtsleiter Harald Müller. "Sie erfasst in ihren Bildern die Grenze zwischen dem Konkreten und dem Geheimnisvollen, das macht die Faszination ihrer Werke aus." Tatsächlich liegt eine große Spannung in den teils großformatigen Bildern, Schärfe und Unschärfe wechseln sich ab, die Szenerien wirken gleichzeitig klar und schemenhaft. "Meine Motive sind ganz klassisch, eine lesende Frau, Menschen im Park. Mir kommt es darauf an, diese Motive durch spezielle Kompositionen neu zu interpretieren", sagt die 1980 in der iranischen Stadt Khoramshahr geborene Künstlerin. Einige Bilder wirken wie kurze Filmsequenzen, vieles scheint in Bewegung zu sein, Perspektiven verschieben sich, das Auge muss sich beim Betrachten der Bilder immer wieder neu einstellen. "Ich versuche, in jeder Ecke einen Kontrapunkt zu setzen, eine kleine Verwirrung zu stiften", sagt die Künstlerin.

Der Eindruck von Bewegung wird durch eine besondere Maltechnik erweckt, die Werke auf Eitemperabasis sind vielschichtig im wörtlichen Sinn. "Ich trage die Motive mehrmals hintereinander auf, immer ein Stück versetzt, so entstehen mehrere Bilder in einem", sagt Askari. "Es passiert viel in den Bildern, aber ist es mir auch wichtig, dass sie insgesamt eine Ruhe ausstrahlen."

Askari, die vor ihrem Kunststudium an der Düsseldorfer Akademie Produktdesign in Aachen studiert hat, verzichtet in ihren Bildern darauf, ihre Figuren mit Gesichtszügen auszustatten, dennoch entsteht im Betrachter eine genaue Vorstellung von Aussehen und Mimik der Portraitierten. "Gesichter finde ich überflüssig, ich interessiere mich viel mehr für die Situationen und Stimmungen, in denen sich die Figuren befinden."

Auf der Suche nach Motiven ist die Künstlerin oft mit der Kamera unterwegs, anschließend lässt sie Elemente aus verschiedenen Fotografien auf ihren Bildern verschmelzen. Architektur und Natur spielen eine große Rolle, Figuren fügen sich in die verschiedenen Szenerien. "Diese Stühle auf denen die Cafébesucher sitzen, habe ich in Paris fotografiert, die Palme im Vordergrund ist aus Panama", fällt Askari beim Betrachten eines Bildes ein. Der Tatsache, dass ihre Figuren fast ausschließlich weiblich sind, misst Askari keine tiefere Bedeutung zu. "Damit will ich keine besondere Aussage treffen, ich finde Frauen schlichtweg schöner", erklärt die Künstlerin lachend.

(suzo)