Neuss: Maikundgebung wirbt für mehr Toleranz

Neuss : Maikundgebung wirbt für mehr Toleranz

Bei der zentralen Maikundgebung auf dem Markt gab es auch ein klares Zeichen gegen Rassismus.

Das nasskalte Wetter am 1. Mai hatte bei weitem nicht die 500 Teilnehmer mobilisiert, die Udo Fischer, Vorsitzender des Kreisverbandes Neuss im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), erwartet hatte. Dafür zog reichlich Politprominenz in einem bunten Fahnenmeer zu Klassikern des Swing und Dixieland der Neusser Jazzband "Muckefuck" durch die Innenstadt. Neben Bürgermeister Reiner Breuer marschierten der stellvertretende Landrat Horst Fischer und Sascha Karbowiak, Vorsitzender der Neusser SPD, mit. Aus dem Kreistag war Hans Christian Markert (Bündnis 90/Die Grünen), aus dem Stadtrat waren Arno Jansen (SPD) und Roland Sperling (Die Linke) vertreten.

Bei der zentralen Maikundgebung auf dem Markt erläuterte Udo Fischer das bundesweite Motto "Solidarität, Vielfalt, Gerechtigkeit". In einem Grußwort forderte Reiner Breuer die Gewerkschafter auf, sich mehr in die kommunalen Belange in Städten und Kreis einzumischen. "Der DGB hat im Rhein-Kreis über 30.000 Mitglieder, also mehr als alle politischen Parteien zusammen." Als Mairedner konnte Manuel Bloemers, der Vorsitzende des Bezirks Düsseldorf in der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) gewonnen werden. "Der 1. Mai ist nicht nur ein Feiertag, sondern auch ein Kampftag, in dem der Widerstand gegen rassistische Gewalt mobilisiert wird. Wir brauchen mehr Vielfalt und Toleranz. Die Belegschaften stehen bei uns, rechtsradikales Gedankengut findet bei uns keinen Nährboden." Für dieses Bekenntnis gab es viel Beifall, bevor Manuel Bloemers die Schwierigkeiten skizzierte, die mit der Schließung der letzten Steinkohlenzeche in diesem Jahr zu erwarten sind: "Für die im Bergbau Beschäftigten wird es ein schweres Jahr."

Nach dem gemeinsamen Lied "Brüder, zur Sonne, zur Freiheit" eröffnete Udo Fischer ein Familienfest auf dem Markt, mit Informationsständen vornehmlich der Gewerkschaften, aber auch Spielgeräten für Kinder. Dazu bot die Mönchengladbacher Cover-Band "Exklusive" Unterhaltung.

(NGZ)
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