Märchenwoche im Familienforum Edith Stein Neuss

Märchenwoche im Familienforum Edith Stein : „Es war einmal“: Eine Woche voller Märchen

Das Familienforum Edith Stein hat eine Themenwoche zu den Geschichten der Gebrüder Grimm konzipiert. Samstag geht es los.

  Wenn es draußen grau und nass wird, holen die Kinder – und manchmal auch die Erwachsenen – gerne die dicken Märchenbücher aus dem Schrank, kuscheln sich in flauschige Decken und tauchen ein in die zauberhaften Abenteuer von Rotkäppchen, Rumpelstilzchen und den sieben Raben. „Alle mögen Märchen“, sagt Gabi Becker, die im Familienforum Edith Stein den Bereich „Leben in Balance“ leitet. Seit sie denken könne, sei sie Märchenfan, auch wegen ihres Mädchennamens, der „Grimm“ lautet, verrät sie.

Den Märchen der gleichnamigen Brüder Jacob und Wilhelm Grimm widmet sich die Familienbildungsstätte an der Schwannstraße ab Samstag eine ganze Woche lang. „Wir laden alle ein, sich verzaubern zu lassen, von den unter Dreijährigen bis zum 80-jährigen Märchenliebhaber“, sagt Susanne Hofmann, die die Bereiche „Leben mit Kindern“ und „Brücken ins Alter“ betreut. Sie hat das Programm der Märchenwoche gemeinsam mit Gabi Becker und Anne Rumohr, zuständig für „Glaube und Gesellschaft“, konzipiert. „Als Kind bin ich in meiner saarländischen Heimat immer vor dem Rumpelstilzchen-Häuschen stehen geblieben“, sagt Anne Rumohr. Ihr Faible für die Geschichte des kleinen Männchens und der schönen Müllerstochter hat sie an ihre neunjährige Tochter weitergegeben. „Ich liebe es, Märchen vorzulesen“, sagt Rumohr. Auch bei den anderen Referenten sei die Idee der Märchenwoche auf offene Ohren gestoßen. „Alle waren sofort Feuer und Flamme“, sagt Susanne Hofmann. „Wir hoffen, dass wir die Besucher ebenfalls begeistern.“

Inspiriert zu der Veranstaltungsreihe wurden die drei Frauen von der Neusser Künstlerin Ursula Küppers. Aus unterschiedlichen Materialien hat sie 18 Märchenkollagen gestaltet, die bis zum Ende der Märchenwoche am 12. Oktober im Familienforum zu bestaunen sind. „Von Allerleirauh bis Schneewittchen“, heißt die Themenwoche, die mit einem Familien-Märchentag am Samstag, 6. Oktober, startet. An dem Tag backen die ganz kleinen Besucher in der Zwergenküche und die Großen treffen sich im „Märchencafé.

Wie sich Dornröschen in ihrem 100-jährigen Schlaf gefühlt hat, erfahren Kinder und Erwachsene beim „Entspannungsschlaf“, einer märchenhaften Traumreise mit dem Yoga-Lehrer Josef Jansen. Beim Musizieren mit den Bremer Stadtmusikanten geht es dagegen richtig laut, und beim Märchencollage Basteln mit dem Grafikdesigner Milorad Miljanovic sicherlich bunt zu. Die Theaterpädagogin Birgit Fritz begibt sich im Impro-Familientheater auf die Suche nach dem Froschkönig, und kleine Prinzen und Prinzessinnen wagen sich in zertanzten Schuhen aufs Parkett.

In der Woche ab dem 8. Oktober locken rund 20 zusätzliche Veranstaltungen rund um Mystik und Bedeutung von Märchen. Der in Neuss lebende Märchenforscher  Heinz Rölleke, der sich auf die Erzählungen der Brüder Grimm spezialisiert hat, philosophiert über das, was man aus den im 19. Jahrhundert verfassten Märchen auch heute noch fürs Leben lernt. Was es mit ihren Märchenkollagen auf sich hat, verrät Ursula Küppers bei ihren Führungen durch die Ausstellung. „Märchen erzählen war früher eine Form der Unterhaltung, wie heute das Fernsehen“, sagt die Künstlerin. Bewusst habe sie in ihrer Kunst auch die Derbheit der Märchen interpretiert. „Oft bin ich nach dem Prinzip des Comics vorgegangen, das heißt, auf einer Arbeit sind mehrere Vorgänge einer Geschichte zu sehen.“ .

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