Lukaskrankenhaus in Neuss Neueste Stent-Version erstmals mit Robotik implantiert

Neuss · Am Neusser Lukaskrankenhaus wurde zum weltweit ersten Mal die neuste Generation eines Blutgefäßstents bei einem Patienten implantiert. Dabei kam ein Roboter zum Einsatz.

 Der Stent wurde beim Patienten mithilfe von Robotik implantiert – über eine hochmoderne Kommandozentrale.

Der Stent wurde beim Patienten mithilfe von Robotik implantiert – über eine hochmoderne Kommandozentrale.

Foto: Rheinland Klinikum

Bei einem 74-jährigen Patienten konnte am Zentrum für Herz- und Gefäßmedizin des Rheinland Klinikums in Neuss erfolgreich ein besonderes Implantat eingesetzt werden: ein bioresorbierbarer Metall-Scaffold. Zum weltweit ersten Mal nach der kommerziellen Zulassung hat Michael Haude, Chefarzt der medizinischen Klinik I im Lukaskrankenhaus und Direktor des Zentrums für Herz und Gefäßmedizin am Rheinland Klinikum, diese neueste Version eines Mg-Stents von Biotronik mit einem Roboter implantiert. Das Besondere daran: Das Implantat setzt Medikamente frei und ist bioresorbierbar, es löst sich also im Körper auf.

Es handelt sich dabei um eine Blutgefäßstütze – ein kleines dehnbares Gitternetzröhrchen, das in eine eingeengte Herzkranzarterie eingesetzt wird, um das Gefäß offen zu halten. Nachdem es seine Funktion erfüllt und sich Gewebe darum gebildet hat, wird diese neueste Generation des bioresorbierbaren Stents aus Magnesium bereits innerhalb von 12 Monaten vom Körper abgebaut. „Dieses Produkt ist, wenn sich der Einsatz anbietet, eine echte Alternative zu permanenten Stents. Der resorbierbare Scaffold aus Magnesium, der sich vergleichsweise schnell abbaut, hat studiengestützt ein zuverlässiges und langfristiges Sicherheitsprofil und ich freue mich, gemeinsam mit meinem Team diese erste Implantation mittels Roboter hier in Neuss bei unserem Patienten durchgeführt zu haben“, sagte Haude nach der Implantierung.

Seit mehreren Jahren werden bioresorbierbare Koronarstents für die Behandlung von verengten Herzkranzgefäßen als Alternative zu dauerhaften Implantaten eingesetzt. Dabei muss der Kardiologe entscheiden, welche Art von Gefäßstütze sich für den jeweiligen Patienten am besten eignet. Dies ist auch immer von der Art der Verengungen des betroffenen Gefäßes abhängig, ebenso müssen Begleiterkrankungen mit berücksichtigt werden.

Eingesetzt wurde der Stent mit zwei Joysticks, die Teil einer individuell zusammengestellten Kommandozentrale in Haudes Klinik sind.

(ckoe)
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