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Neuss: "Lukas" baut die Chirurgie aus

Neuss : "Lukas" baut die Chirurgie aus

Seit zehn Jahren leitet Johannes Goretzki die Allgemeinchirurgie am Lukaskrankenhaus. In dieser Zeit hat sich die Zahl der Ärzte, Patienten und Operationen verdoppelt: "Jeder Internist und Chirurg in Deutschland kennt Neuss."

In der Cafeteria des Lukaskrankenhauses wird morgen für eine Feier eingedeckt. Gefeiert werden offiziell zehn Jahre Allgemeinchirurgie, gemeint sind aber zehn Jahre unter der Leitung von Professor Peter Goretzki (60) als Chefarzt und seinem Leitenden Oberarzt Dr. Bernhard Lammers (49). Und weil das aus Sicht des Hauses eine Erfolgsgeschichte ist, zieren die Einladungskarte nicht Anfahrtsskizze oder Parkplatzhinweise, sondern Statistiken von Operationszahlen.

Wer in Zeiten der Wahlfreiheit Patienten für das eigene Krankenhaus interessieren will, der hat zwei Möglichkeiten. Erstens kann er in die Ausstattung investieren. Ein simples Beispiel dafür war vor Jahren der Bau eines weiteren Kreißsaals, der die Geburtenzahl im "Lukas" in die Höhe schnellen ließ.

Oder er investiert in Köpfe und damit — das Haus ist schließlich Lehrkrankenhaus der Universität Düsseldorf — in wissenschaftliche Reputation. "Die ausdauernde Suche nach den Besten" nannte das der damalige Verwaltungsratsvorsitzende Heinz Günther Hüsch. Goretzki ist einer davon, wurde mehrfach in der Focus-Bestenliste der Ärzte geführt. "Heute kennt jeder Internist und Chirurg in Deutschland Neuss. Daran ist kein Zweifel", sagt Lammers selbstbewusst.

Als Goretzki aus Düsseldorf nach Neuss wechselte, fand er eine Abteilung vor, "die innerhalb und außerhalb des Hauses in gewisser Kritik stand". Mit dem siebenköpfigen Team, das er mitbrachte, hätte man sich erst "Vertrauen erarbeiten müssen. Heute arbeiten in der "Klinik für AllgemeinViszeral-Thorax- und Gefäßchirurgie", wie die Abteilung exakt heißt, neben dem Chef zwei Leitende Oberärzte, drei Ober- und 15 Assistenzärzte. "Damit sind wir eine der größten Allgemeinchirurgien in Nordrhein-Westfalen", versichern beide unisono. "Außerhalb von Universitätskliniken vielleicht sogar die größte."

Der Ausbau der Mannschaft ging einher und wurde finanziert und begründet mit steigenden Operations- und Patientenzahlen. Hinzu kam eine Erweiterung des Fächerkanons. Endokrinie Chirurgie (Bauchspeichel- oder Schilddrüse) und Hernien-Chirurgie (Nabel- und Leistenbrüche) waren und sind die Schwerpunkte, die das Leitungsteam setzte. Größere Bedeutung gewann in der Folge unter anderem die Gefäßchirurgie.

Mit Blick nach vorn streben Goretzki und Lammers zunächst die Schaffung eines zertifizierten Hernien-Zentrums an. "Wir machen in dem Bereich bundesweit mit die meisten Operationen", nennt Lammers ein Kriterium. Zudem soll ihre Klinik die Onkologische Schwerpunkt-Klinik im Rhein-Kreis werden. "Spezialisten werden am Ende erfolgreich sein", sagt Lammers. Angesichts enormer Investitionen zum Beispiel in Apparate, die die Behandlung von Karzinomerkrankungen nach sich zieht, "werden in Zukunft nicht mehr alle Krankenhäuser alles anbieten können".

(NGZ/rl)