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Lübecker wird Schützenkönig in Weckhoven

Weckhoven feiert tropisches Schützenfest : Thomas III. macht das Holstentor zum Königsorden

Martin Kluth wird Ehrenmitglied der Weckhovener Schützen. Oberst Steinhauer tritt mit gebrochenem Sprunggelenk an.

Der Oberst fährt Kutsche: Erstmals führte Johannes Steinhauer das Weckhovener Regiment gestern sitzend zur Parade. Eine Ausnahme, denn der Oberst hatte sich drei Wochen vor dem Fest das Sprunggelenk gebrochen – ohne danach krank zu feiern oder sich deshalb zur Kirmes abzumelden. So gab er – mit einem Gang wie Käpt`n Ahab – ein Beispiel an den heißen Schützenfesttagen, die dem ganzen Regiment Haltung abverlangten. Auch von den Älteren und Ältesten im Regiment.

Drei von ihnen hob Präsident Dieter Moll gestern beim Festkommers besonders hervor: Urban Firsching, Heinz Klerings (Jägerkönig des Jahres 1964) und Theo Wingerath, den Schützenkönig des Jahres 1966/67. Alle drei sind seit 70 Jahren aktive Schützen und das heute in dem genauso lange bestehenden Jägerzug „Friedricus Rex“. Ihr Jubiläum ist so selten, dass es im Weckhovener Bürger-Schützenverein weder Urkunde noch Auszeichnung oder Ehrennadel für diesen Fall gibt. Aber es gab großen Applaus – und alle Offiziere des Korps bildeten beim Auszug der drei Geehrten mit gezogenem Säbel im Festzelt ein Spalier.

Die Ehrung der Jubilare gehörte ebenso zum offiziellen Teil des Programms am Schützenfestsonntag wie die Vorstellung des Edelknabenkönigs Jeremy Knuth, die Auszeichnung der Ritter des Königs oder die Ehrung der Jubiläumszüge „Friedricus Rex“ (70 Jahre) und – vom Hubertuskorps – „Wilderer“ (50 Jahre) durch Vizepräsident Jürgen Stellet. Schützenkönig Thomas III (Reiß), der zur großes Königskette vor dieser Kulisse noch das Zepter überreicht bekam, zeichnete wiederum einige der 650 Schützen im Regiment mit seinem Königsorden aus. Der ist am blau-weißen Band der Artillerie zu tragen und zeigt unter anderem das Lübecker Holstentor – als Hinweis auf den Wohnort von ihm und Ehefrau Conny.

Nach einer glänzenden Parade am Nachmittag gab es im Festzelt noch eine Überraschung für Martin Kluth. Der Schütze, der seit einem halben Jahrhundert ununterbrochen Vorstandsämter bekleidet, wurde unter dem Beifall der Schützen zum Ehrenmitglied ernannt.

Heute geht das Fest mit einem Besuch der Grundschule, Frühschoppen, Parade am Nachmittag und Bürgerball am Abend. weiter Gekrönt werden die Festtage am Dienstag mit einem Ball, bei dem traditionell die Schützenkönigin die Zeichen ihrer Würde erhält.

An allen Tagen lockt auch der Kirmesplatz, dessen Besuch sich mal wieder lohnt. Nach nur einzelnen Buden im Vorjahr, haben Stadt, Schausteller und Schützen eine Budenstadt zusammengestellt, die wieder einen Rundgang erlaubt.