Neuss: Looters-Ensemble zeigt witzige Hommage an die Eltern

Neuss : Looters-Ensemble zeigt witzige Hommage an die Eltern

Das Stück "How my Parents met" des Looters-Ensembles im Theater am Schlachthof ist ein Beitrag zur Themenwoche "Anders sein".

Wie sie sich trafen oder zunächst verfehlten, wie sie Hindernisse überwanden oder eher zufällig zueinander fanden: Geschichten von den eigenen Eltern erzählen die jungen Mitglieder des "Looters"-Ensembles im Rahmen der Neusser Themenwoche "Anders sein" in ihrem semibiografischen Theaterstück "How my Parents met (and how I was made)" im Theater am Schlachthof. Dabei bereiteten sie ihrem Publikum eine zauberhafte Theaterstunde, so charmant, so humorvoll, so ideenreich, dass man am liebsten alles gleich noch mal sehen möchte.

Was den kleinen Bühnenzauber der "Looters" so rundum gelingen lässt und zu einem genussvollen Petit Fours der Bühne macht, von dessen Leichtigkeit und Charme man einfach ein Stück mit nach Hause nimmt, sind gleich mehrere Dinge. Erst einmal gelingt Regisseur Dennis Palmen und seinem jungen, ambitionierten und überaus talentiertem Team ein abwechslungsreicher medialer Mix aus Bühne und Leinwand. Geschickt und temporeich verbinden sie kleine Videosequenzen und Spielszenen, ja sogar interaktive Videospiele, bei denen die Zuschauer gefragt sind.

Mit witzigen Wendungen überraschen Filmsequenzen über Schwangerschaft oder Paradies. Einfach ein Hit sind die eigens programmierten Videospiele, bei denen die Zuschauer selber als "Helikopter(eltern)" Gefahren wie Wodkaflaschen, Cannabisblätter oder Zigaretten abschießen müssen, um den Nachwuchs zu schützen oder auf der Fahrt nach "One-Night-Stand-City" über Hindernisse surfen, um wenigstens kurzfristig aus dem streng reglementierten "Elternland" zu entkommen.

Und natürlich sind es vor allem die wunderbaren Darsteller mit ihrer Energie, ihrem Können, die diese bezaubernde Hommage an die Eltern so frisch und fröhlich gestalten, schwerelos und einzigartig. Wenn sich Bühnentalent Leo Kammer pantomimisch einen Drink mixt, stimmt dabei jede Bewegung und man sieht geradezu die Schränke, aus denen er Zutaten holt und zurückstellt. Auch Matthias Koglin und Lisa Morgner finden stets den richtigen Ton, und wenn alle drei im Wechsel die nervigsten Sätze von Kindern und von Eltern präsentieren, trifft jede Nuance, jede noch so kleine Geste. Von Konkurrenz oder dem schrillen Charme der Mode in den frühen 1980ern, von Äpfeln, Birnen und der Nähe zu den Stämmen, von denen sie fallen, erzählen die brillanten Darsteller und rundeten die liebevolle Hommage noch mit persönlichen, sehr charmanten Statements ab, in denen sie ihren Eltern danken.

(KaTze)