Neuer Shop an der Eichendorffstraße Bunte Mode „made in Neuss“

Neuss · Die junge Neusserin Leah Günther („Loony Leah“) hat sich ihren Traum vom eigenen Modelabel erfüllt – inspiriert aus der Welt von Manga und Cosplay.

  Modedesignerin Loony Leah, Neuss Eichendorfstrasse

Modedesignerin Loony Leah, Neuss Eichendorfstrasse

Foto: Andreas Woitschützke

(tebö) Mitten im Dreikönigenviertel ist es ein Stück bunter geworden. Die Neusser Modedesignerin Leah Günther kann ihre Liebe zum Cosplay und zur Farbe rosa nicht leugnen. An der Eichendorffstraße eröffnete sie im letzten Herbst und zog mit ihrem jungen Label „LoonyLeah“ vom Elternhaus in den eigenen Laden mit Werkstatt. Die Auslage ist bunt und vor allem selbst gemacht in Neuss.

Nach dem Abschluss in Modedesign in Düsseldorf entschied sie sich, etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. Der erste Schritt in die Selbstständigkeit war gemacht, dann kam Corona, was vieles komplizierter machte. Aufgeben war für die aktive Mitzwanzigerin aber keine Option. Sie konzentrierte sich auf ihre Präsenz in Social Media und Streaming. „Aktuell betreibe ich vier Instagram-Accounts, streame die Arbeit in der Werkstatt auf Twitch und zeige die Entstehung der Kleidungsstücke auf YouTube“, erklärt sie.

Heimat ihrer Ideen ist klar die Welt von Manga-Comics und des Cosplay-Universums. Das Hobby entdeckte Leah Günther früh für sich. Dabei waren die ersten Versuche an Omas Nähmaschine klar rheinischen Ursprungs: Ein Karnevalskostüm sollte her, aber bitte nicht von der Stange. Den Umgang mit der Maschine brachte sie sich selbst bei und holte sich dort Hilfe, wo sie heute auch selbst Tipps gibt. In die Welt des Cosplay tauchte sie ein, als eine Freundin sie bat, für den Japan Tag Kostüme zu nähen, ab da war die Richtung klar und das Studium in Modedesign die logische Konsequenz.

Ursprung ihrer Arbeit war immer die Neusser Eichendorffstraße, dort ist sie aufgewachsen und in ihrem Kinderzimmer entstand das Label „LoonyLeah“. Wenn ein neues Stück entsteht, wird erst einmal am Schnitt getüftelt. Wenn das passt, müssen oft die Geschwister herhalten, um ein neues Stück auf Herz und Nieren zu testen. „Erst wenn es nach mehrmaligem Tragen und Waschen noch gut aussieht, kann ich ein Stück auch guten Gewissens anbieten“, erklärt sie. Mit der Selbständigkeit wurde es dann auch zu Hause eng und glückicherweise fand sich ein Ladenlokal mit Werkstattmöglichkeit im Keller an der Eichendorffstraße. Ab der Anlieferung der Stoffe entsteht dort Mode „Made in Neuss“. Im Praktikum schnupperte sie mal die aufregende Berliner Luft, „aber ich bin gerne nach Neuss zurückgekommen und will hier erst auch einmal nicht weg.“ 

Im Ladenlokal können sich die Kunden dann direkt ansehen, was eine Etage tiefer entsteht. Ein Regal mit Stoffen, ein Schneidetisch, mehrere Nähmaschinen und der Plotter und die Druckpresse um die Aufdrucke auf Shirts und Hosen zu bringen sind dort untergebracht. Wer online bestellt, kann via Twitch live zusehen, wie sein Shirt entsteht. Zwölf-Stunden-Tage sind für die Modedesignerin, die nebenbei noch Social-Media-Managerin, Buchhalterin und Fotografin für ihr Herzensprojekt ist, normal. Ihr Ziel ist es, mit ihrem Label auf eigenen Beinen stehen zu können und sich perspektivisch Hilfe holen zu können. Wenn Corona es wieder zulässt, freut sie sich schon darauf, auf Messen ihre Arbeit „Made in Neuss“ präsentieren zu können.

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