1. NRW
  2. Städte
  3. Neuss

Neuss: Lokalrunde: Live-Musik als Publikumsmagnet

Neuss : Lokalrunde: Live-Musik als Publikumsmagnet

Viele Neusser Kneipen platzten am Samstag aus allen Nähten. Die 13. Auflage der Lokalrunde mit Livemusik in 17 Kneipen zog Besucher an.

Wenn sich unzählige Neusser auf ihrem Weg durch die Stadt von einem kleinen blauen Heft leiten lassen, dann ist Lokalrunde. Und die traf gleich einen besonderen Tag. Zum ersten Mal seit langem hatte sich am Samstag die Sonne gezeigt. Das hob erkennbar die Stimmung vieler Neusser auf ihrem Weg in die Innenstadt-Kneipen. Schlecht dürfte die über den Abend hinweg nicht mehr geworden sein, denn die 13. Lokalrunde wartete mit einem bunten Angebot auf.

Foto: Woitschützke, Andreas (woi)

Wer es romantisch mochte, war ins weiße Haus zum Candle-Light-Dinner mit sanfter Piano-Musik gekommen, wer eher auf Reggae stand, war bei "More Faya Movements" im Dr. John richtig und gute handgemachte Popmusik gab es im Börsencafe mit "In Between" sowie im aus allen Nähten platzenden Marienbildchen mit "Triple Sec". Die drei besten Auftritte des Abends boten aber zünftigen Rock. Verhältnismäßig sanft ging es noch bei Wolfgang Lahmes Sauerland-Truppe "The missing Links" im Markt 27 zu.

Seit 1963 widmet sich die Band nun schon dem Beat, covert Songs von Beatles, Stones, the Who und Co. "Als ich mit 13 Jahren gefragt wurde, ob ich mitmachen möchte wusste ich nicht mal was ´ne Band ist", erinnerte sich Sänger und Schlagzeuger Lahme. Er sagte trotzdem zu, sang zuerst und wechselte an die "Schießbude", als der Schlagzeuger zum Bund musste. So ist es bis heute geblieben. Mit "keep on running" der Spencer-Davis-Group eröffnet die Band gleich furios und legt mit "Long cool woman" von The Hollies nach.

Noch viel wilder ging es im Früh zu. Dort sprang Jonathan Rhymfly vom Duo "Willi & Joe" wild mit seiner E-Gitarre umher, quälte seine unglaublich kratzige Stimme mit AC/DC und Pink Floyd. Mit seiner ganz eigenen Mischung aus Schreien und Singen riss der Gitarrist sein Publikum mit und erlaubt auch Musikwünsche. Zwischen den Liedern blieb ihm noch Zeit für Witze. "Je mehr ihr trinkt", rief er den Zuschauern zu, "desto besser wird unsere Musik."

Den vielleicht besten Auftritt des Abends aber legte aber eine Band hin, die Programmheft nicht stand. "Boobylicious", spontan für "The Chapters" eingesprungen, ließen im Hammtorkrug die Wände wackeln. "So eine junge gute Band habe ich hier lange nicht mehr gehabt", schwärmt Hamtorkrug-Inhaber Thomas Wenning, der über den ganzen Abend hinweg Leute abweisen musste, weil es sonst in seinem Lokal zu voll geworden wäre. Drinnen gab es eine Mischung aus Rammstein, den toten Hosen und System of a Down. Laut und schnell eben. Lead-Sänger Marcel Römer: "Das geht hier ja tierisch ab."

(NGZ)