Neuss: "Lokalrunde" in vollen Kneipen

Neuss : "Lokalrunde" in vollen Kneipen

Volle Kneipen gab es am Samstag bei der elften Neusser Lokalrunde. Heiteres Wetter und ein Live-Musik-Programm zogen wieder viele Menschen in die Stadt. Fast überall war es brechend voll.

Wo sind die ganzen Neusser eigentlich, wenn keine Lokalrunde ist? Das dürfte sich so mancher Wirt am Samstag gefragt haben, als in beinahe allen Neusser Kneipen Besucher dicht an dicht standen, um unterschiedlichster Live-Musik zu lauschen. Die elfte Neusser Lokalrunde war ein voller Erfolg. Tausende Neusser zogen — ausgestattet mit dem kleinen blauen Programmheft — von Kneipe zu Kneipe, wo teilweise gar kein Platz mehr war.

So musste etwa die Hafenliebe immer wieder Besucher wegschicken. "Mit so einem Andrang hatten wir nicht gerechnet", sagte Inhaberin Susanne Schoepe erstaunt. Die Hafenliebe hatte vielen Kneipenbesuchern schon im Vorfeld als Geheimtipp gegolten, was sicherlich auch an der Band "In Between" lag, die in den Vorjahren im Vogthaus gespielt hatte. "Das war ein grandioser Abend", sagte Schoepe, die mit ihrem Mann Christian vor einem halben Jahr die Hafenliebe übernommen hat.

Ähnlich voll war es auch "Im neuen Marienbildchen". Die Kult-Kneipe konnte mit "The Missing Links", die "eine wilde Reise durch die 60er Jahre" versprochen hatten, vor allem die 40- bis 60-Jährigen begeistern. "Mit der Musik bin ich groß geworden", schwärmte einer nach Hits wie "Surfin USA" und "Hang on Sloopy". Jünger ging es im Café Wunderbar zu, wo Entertainment-Schwergewicht Titschy unplugged nicht nur das frisch getraute Ehepaar Angus und Maria samt Hochzeitsgesellschaft unterhielt.

Nach einem schleppenden Beginn füllte sich das Café Wunderbar zusehends und Titschy wurde stetig besser. Versprochen leise, romantisch und rockig, schweißtreibend ging es zu. In seiner letzten Runde, mit ausschließlich deutschen Liedern, lief Titschy dann zu Höchstform auf. Mit "Zu Spät" sorgte er für Feier-Stimmung, um danach mit Rio Reisers ergreifend vorgetragenem "Für immer und Dich" und Grönemeyers "Flugzeuge im Bauch" traurig-romantisch zu werden.

Zünftig gerockt wurde im Dr. John und im Maxx. Im "Markt 27" ging es traditionell Richtung Ü40-Party. Fiesta-Feeling kam mit "Rumba Gitana" im Café Extrablatt auf. Die gut gespielte Latino-Musik der Gipsy-Kings, Ketama und bekannte Popsongs, zog viele junge Gäste an.

So war es im vergangenen Oktober auch "Im Dom" gewesen. Doch wo vor fünf Monaten drei Nachwuchsbands vor einem vollen Haus rockten, konnte das "Duo Concorde" am Samstag nicht überzeugen.

Entsprechend war die Traditionskneipe die einzige, wo viele Plätze leer blieben. Doch das konnte über das Gesamtbild nicht hinwegtäuschen: Die Lokalrunde zieht wie immer. Voller ist es in Neusser Kneipen sonst nur an Großereignissen wie Karneval und Schützenfest.

(NGZ)
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