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Lions-Club Neuss vergibt zum zehnten Mal seinen Ehrenamtspreis

Lions-Club Neuss : Ehrenamtspreis für jugendliche Impfhelfer

Das Ehrenamt hat viele Facetten. Deshalb entschied sich der Lions-Club Neuss, der in diesem Jahr zum zehnten Mal einen Ehrenamtspreis ausgelobt hat, diesen in drei Kategorien zu verleihen. Einige Preisträger traf die Wahl überraschend.

Bereits zum zehnten Mal hat der Lions Club Neuss am Mittwochabend in einer kleinen Feierstunde den Förderpreis Ehrenamt vergeben. Im Restaurant Essenz in der Bürgergesellschaft verlieh Lions-Präsident Stephan Dutine den mit insgesamt 3000 Euro dotieren Preis an gleich drei Personen, beziehungsweise Organisationen. „Zielsetzung des Förderpreises ist es, die geleistete ehrenamtliche Arbeit zu würdigen und gleichzeitig zur Nachahmung anzuregen,“ sagte Joachim Wahode vom Förderverein des Lions Club in seiner Begrüßung.

Ausgezeichnet wurde Hermann Lücken, der seit drei Jahren als Patientenfürsprecher im St.-Alexius-/St.-Josefskrankenhaus ehrenamtlich tätig ist und auch während der Coronazeit durchgehalten und stets ein offenes Ohr für die Belange und Sorgen „seiner“ Patienten hatte. „Auf Station hängt ein Briefkasten mit einem Bild von mir und einer Telefonnummer, so bin ich immer erreichbar und ansprechbar,“ sagt der ehemalige Krankenpfleger. Als unabhängiger Ansprechpartner ist er eine wichtige Kommunikationsstelle zwischen Patienten und Krankenhausmitarbeitern.

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Hermann Gröhe, MdB und Schirmherr des Förderpreis Ehrenamt, lobte in seiner Laudatio  die Bereitschaft, sich für das Gemeinwohl und für andere Menschen einzubringen und betonte „die Kontinuität des Engagements unserer Preisträger“. Eine „verbindliche Begleitung“ ist es dann auch, was die Arbeit der Paten der Initiative Aufwind des Sozialdienst Katholischer Frauen (SkF) unter dem Vorsitz von Stefanie Sassenrath ausmacht. Stellvertretend für alle Paten nahmen Vivian Krause, Verena Bergmann-Mundt und Günther Engels die Auszeichnung entgegen.

Mit einem niedrigschwelligen Angebot unterstützen sie Kinder psychisch erkrankter Eltern. Die ehrenamtlichen Paten begleiten ein Kind über einen längeren Zeitraum stärkend und gestalten gemeinsam die Freizeit oder unterstützen bei den Hausaufgaben. Vivian Krause verbringt, gemeinsam mit ihrem Partner, einmal in der Woche einen Nachmittag und Abend mit ihrem neunjährigen Patenmädchen. „Ich bin zwar voll berufstätig, aber die Zeit nehme ich mir gerne. Die ehrenamtliche Tätigkeit gibt mir selber so viel wieder und es freut mich, wenn wir für einige unbeschwerte Stunden sorgen können.“ Barbara Michaelis ist Ehrenamtskoordinatorin beim SkF und bereitet Interessierte mit Schulungen und Einzelgesprächen auf diese anspruchsvolle Tätigkeit vor.

In der Kategorie Jugendliche und junge Erwachsene, bei der besonders das ehrenamtliche Engagement der Altersgruppe zwischen 16 und 24 Jahren gewürdigt werden soll, fiel die Wahl der Lions-Jury auf das junge Team der Arbeitsgemeinschaft der Hilfsorganisationen, die im Impfzentrum des Rhein-Kreis Neuss tätig sind – stellvertretend für alle Helfer, die sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie in den Test- und Impfzentren engagieren. Für das DRK nahm Lena Voss den Preis entgegen, die Johanniter-Unfall-Hilfe war mit Linus Schröttke dabei. Der Malteser Hilfsdienst als dritter im Bunde hatte sich entschuldigt. Die Verantwortlichen waren in Schleiden im Einsatz.

„Die ausgesuchte Freundlichkeit, die Begeisterung und die Geduld mit der die jungen Mitarbeiter im Impfzentrum ihre Arbeit verrichten, habe ich selber erlebt und war beeindruckt,“ erinnert sich Hermann Gröhe, der viele lobende Worte findet für den Einsatz, den diese junge Menschen in der Pandemie für die Gesellschaft zeigen, denn „das ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich.“

Lena Voss studiert eigentlich Architektur und war von ihrer Mutter auf die Mitarbeit im Impfzentrum aufmerksam gemacht worden. „Ich bin froh, dass ich mit meiner Arbeit dazu beitragen kann, dass wir alle bald wieder mehr Freiheiten haben,“ sagt sie. Und Linus Schröttke ergänzt: „Das ehrenamtliche Engagement ist ein guter Ausgleich und gibt mir Kraft.“
Iris Wilcke