Lichtkonzept für die Innenstadt von Neuss wird umgesetzt

Lichtkonzept für die City in Neuss : „Licht an“ am Kulturforum Alte Post

Seit Jahren wird über ein Lichtkonzept für die Stadt gesprochen, jetzt wird es Wirklichkeit. An der Alten Post ist das Ergebnis an einem ersten Objekt zu sehen. Die Inbetriebnahme wurde mit einem Lichterfest verbunden.

„Light on“ hieß es gestern Abend vor der Alten Post – und ein staunendes „Ah“ der Menschen drumherum war die Folge. Denn nach einem gemeinsam herunter gezählten Countdown und einem eher symbolischen Knopfdruck von Bürgermeister Reiner Breuer wurde der Platz am Übergang zur Innenstadt in Licht getaucht. Die neue Inszenierung mit „Lux und Leuchtkraft“ ist Thema, seit Mitte 2016 das Lichtkonzept der Bremer Landschaftsarchitektin Anke Deeken zur Umsetzung angenommen wurde. Und seit Mittwochabend ist es zumindest an zwei Stellen im Stadtgebiet lichtgewordene Realität. Wenn das kein Anlass für ein Fest ist.

Das wurde unter Mitwirkung des Kulturforums, der Bläserensembles der Musikschule, dem „Jedermannchor“ und einigen Kindern der Konradschule mit Musik, Führungen durch die aktuelle Ausstellung der Alten Post und mit Glühpunsch aus dem Kunstcafé „Einblick“ gefeiert. Für das leibliche Wohl sorgte die Zukunftsinitiative Innenstadt (ZIN), die auch die neuen Lichteffekte zumindest mitbezahlt hat. Denn das Projekt, die Innenstadt mit Licht in Szene zu setzen, wird aus dem Fonds Innenstadtförderung bezahlt.

Es ist ein großes und ehrgeiziges Vorhaben, das Politik, Verwaltung und ZIN auf den Weg gebracht haben, und ein teures dazu. Alleine am Platz vor der Alten Post wurden 38.000 Euro investiert. 114.000 waren es an der alten Stadtmauer zwischen Rheinstraße und Burggraben, die mit Lichtakzenten als durchgängiges Mauerelement regelrecht wiederentdeckt werden kann, wie Planungsdezernent Christoph Hölters erklärt. Auch dieser Abschnitt mitsamt dem Übergang zum Neumarkt ist fertig – aber da ließ sich halt nicht so gut ein Lichterfest feiern wie an der Alten Post, erklärt Hölters.

Zwei Mosaiksteine sind fertig, die Pläne für einen dritten haben erst vor Tagen die Zustimmung der Politik gefunden. Dem Blutturm – ein Wehrturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung am Übergang zum Stadtgarten – soll nun alle Aufmerksamkeit gelten. 40.000 Euro stehen zur Verfügung um umzusetzen, was in einer ersten Beleuchtungsprobe schon Anklang gefunden hat. Auch der Denkmalschutz hat Zustimmung signalisiert.

Den Wunsch, den Gürtel um die mittelalterliche Kernstadt sichtbar zu machen, hegen die Innenstadtakteure schon seit Jahren, erklärt Christoph Napp-Saarbourg. Erst mit dem Innenstadtfonds aber stand Geld zur Verfügung, diesen wahr werden zu lassen, sagt der ZIN-Vorsitzende. „Der Anfang war nicht ganz einfach. Es gab lange Diskussionen, welche Elemente richtig sind“, ergänzt Napp-Saarbourg. „Aber die Diskussion hat sich gelohnt“.

Das Spiel mit dem Licht – für Bürgermeister Breuer ist das ein entscheidendes Element, um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und so die City zu stärken. Das soll „ganz systematisch“ angewandt werden. 2019 sollen bedeutende Fassadenelemente von Häusern im Hauptstraßenzug hinzu kommen. Im Einzelnen handelt es sich um den Treppengiebel des „Haus am Niedertor“, den Turm der Kirche St. Sebastian, das Wirtshaus „Em Schwatte Päd“ und die Gewürzmühle Engels. Finanzieller Aufwand: rund 30.000 Euro. Auch andere Fassaden waren im Gespräch, meist an Stellen, an denen Seitenstraßen auf den Hauptstraßenzug treffen. Doch nicht immer konnten die Bedenken der Hausbesitzer überwunden werden. Die Ideen, wie die Brücken über den Erftmühlengraben mit Licht inszeniert werden können, müssen noch ausformuliert werden.

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