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Neuss: Leipziger Ensemble in der Christuskirche

Neuss : Leipziger Ensemble in der Christuskirche

Statt sich auszuruhen unternehmen die "Leipziger Vokalromantiker" – Mitglieder des Chores der Leipziger Oper beziehungsweise des MDR-Rundfunkchores – in ihren Ferien kleine Konzertreisen innerhalb Deutschlands.

Statt sich auszuruhen unternehmen die "Leipziger Vokalromantiker" — Mitglieder des Chores der Leipziger Oper beziehungsweise des MDR-Rundfunkchores — in ihren Ferien kleine Konzertreisen innerhalb Deutschlands.

Diesmal war Nordrhein-Westfalen an der Reihe, und so kam in der Neusser Christuskirche (im Rahmen der Kirchenmusikwochen) ein ansehnliches Auditorium in den Genuss exquisiten Männerchorgesangs.

Ihrem ausgefallenen Namen machten die Gäste alle Ehre mit geschmackvoll gestalteten geistlichen und weltlichen Chorsätzen, unter anderem von Franz Schubert, Engelbert Humperdinck, Max Reger, Friedrich Silcher und Erhard Mauersberger, dem Bruder des bekannten Thomaskantors Rudolf Mauersberger.

Das in jeder Stimme doppelt besetzte Ensemble, das vom Bass Thomas Ratzak mit meist unauffälliger Zeichengebung geleitet wird, nennt — neben klarer Diktion und beachtlicher Homogenität — vor allem eine ausgeprägte Pianokultur sein eigen. Gerade die Strophenlieder wie "Im schönsten Wiesengrunde" oder "Hab' oft im Kreise der Lieben" gewannen durch die dynamische Vielfalt und die zweite Strophe des "Heilig" aus der "Deutschen Messe" von Schubert in fast entmaterialisiertem Pianissimo ungemein.

Als Zugabe Gospel

Weniger überzeugten das gregorianische "Christus factus est" und die zu statisch interpretierten Chorsätze der Renaissancemeister Josquin des Préz und Tomàs Luis de Victoria.

Maßgeblichen Anteil am guten Gelingen des Abends hatte die Soloharfenistin des Theaterorchesters Görlitz, Christina Engelke. Die inzwischen diplomierte ehemalige Schülerin der renommierten Professorin Maria Graf begeisterte mit solistischen Beiträgen von Johann Sebastian Bach, Marcel Tournier und Nino Rota.

Höhepunkt des Programms war die Hymne "Hör' mein Bitten" von Felix Mendelssohn Bartholdy in der Fassung für Solotenor (ausgezeichnet: Ensemblemitglied Andreas Fischer), Chor und Harfe. Viel Beifall folgte und als Zugabe wurde eine schwungvolle Gospel-Bearbeitung vorgetragen.

(NGZ)