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Neuss: Lehrer bereiten Schulen vor

Neuss : Lehrer bereiten Schulen vor

Ferien sind für Lehrer gleichbedeutend mit Urlaub – dass das nicht stimmt, ist derzeit an den Schulen zu sehen. Dort wird seit Tagen geputzt, gebastelt, organisiert und konferiert. Ein Besuch kurz vorm Start ins neue Schuljahr.

Ferien sind für Lehrer gleichbedeutend mit Urlaub — dass das nicht stimmt, ist derzeit an den Schulen zu sehen. Dort wird seit Tagen geputzt, gebastelt, organisiert und konferiert. Ein Besuch kurz vorm Start ins neue Schuljahr.

Julia Taatjes lässt den Blick durch den Klassenraum schweifen: Die Bücher, Hefte und Spiele für das freie Arbeiten sind sorgsam in die neuen Regale eingeräumt, die Ordner in ihrem Lehrerschrank übersichtlich aufgereiht, der Lehrplan für die ersten Tage steht. Sauber ist der Klassenraum sowieso — geputzt hat Julia Taatjes als Allererstes. "Jetzt muss ich noch die Fächer für die Kinder mit ihrem Namen beschriften", sagt die 28-Jährige. 25 werden es sein — ab Mittwoch "ihre" Kinder. Die Kinder der 1b der Katholischen Karl-Kreiner-Grundschule in der Nordtstadt.

Dann wird es in dem Raum, der jetzt noch leer ist, laut werden. Endlich, findet Julia Taatjes, die in den Ferien den neuen Klassenraum gestaltet hat. Denn an der Karl-Kreiner-Grundschule ziehen die Lehrer um, nicht die Kinder. Deshalb muss in den Ferien viel ausgemistet und umgeräumt, aussortiert und geordnet werden. "Das machen viele Kollegen aber schon vor den Ferien oder in den ersten Wochen", sagt Schulleiterin Dorothee Mühle. Jetzt, in den letzten Tagen der Sommerferien, folgt der Feinschliff für das 20-köpfige Kollegium.

Die Schultüren sind längst schon nicht mehr verschlossen, Kinder der Offenen Ganztagsbetreuung tollen schon wieder auf dem Schulhof herum, Lehrer schleppen Kisten mit Unterrichtsmaterial in die Schule an der Gladbacher Straße. Im Lehrerzimmer sprechen die Kollegen schon über Termine, Stundenpläne und Förderunterricht, nur noch kurz über den verlebten Urlaub. Der Schulbetrieb läuft schon, wenn auch noch nicht im höchsten Gang. Damit der am Mittwoch reibungslos erreicht wird, muss lange vor dem ersten Gong in den Schulen gearbeitet werden.

"Die Jahrgangsteams haben sich etwa schon zu Besprechungen getroffen", sagt Mühle. Sie selbst hat als Schulleiterin sowieso einen großen Berg, vor allem an Verwaltungsaufgaben zu bewältigen. Sie macht die Stundenpläne und listet die Termine auf, etwa Feste, Radfahrtrainings oder für die Vergleichsarbeiten Vera, die an die Eltern verschickt werden. Selbst Termine für das Folgejahr muss sie mit den Eltern der i-Dötze bereits jetzt ausmachen. Auch der Sicherheitsrundgang mit dem Hausmeister steht auf der To-Do-Liste der Rektorin. Inhaltlich muss das Programm für die ersten Wochen ohnehin längst ausgearbeitet sein.

"Das kurz vor Schulbeginn erst anzugehen, würde nicht funktionieren", sagt sie. Das wäre zu viel für die ersten Tage, an denen es sowieso noch einiges in den Abläufen zu perfektionieren gilt und Lehrer wie Schüler in den Schulalltag finden müssen. Zu Beginn der Lehrerkonferenz gestern hat Mühle die beiden neuen Lehrerinnen willkommen geheißen: Julia Taatjes und Christina Jansen. "Mein Klassenraum ist zwar soweit fertig, aber erst ab nächster Woche wird er durch die Kinder mit Leben gefüllt ", sagt Julia Taatjes.

(NGZ/rl)