Lehrer aus Neuss erlebt den Papst in Abu Dhabi

Lehrer aus Neuss : Neusser erlebt den Papst in Abu Dhabi

Thorsten Winkels (44) unterrichtet am Marienberg-Gymnasium. Auf der Arabischen Halbinsel wohnte er einer Papst-Messe bei.

Abu Dhabi, im Februar 2019: Papst Franziskus feiert mit rund 135.000 Gläubigen eine Messe im Sportstadion und krönt damit seinen ersten Besuch auf der Arabischen Halbinsel. Ein bewegendes Erlebnis für die dort lebenden Christen, die im vom Islam geprägten Land nur geduldet werden. Und für Thorsten Winkels, Studienrat für Erdkunde und Biologie am Erzbischöflichen Gymnasium Marienberg: „Wir hatten VIP-Karten und waren dicht am Papst und am Geschehen“, schwärmt er und das Erlebte lässt seine Augen strahlen. Wie es überhaupt dazu kam, ist einer Kette von Zufällen – oder der göttlichen Fügung – zu verdanken.

Eine entscheidende Rolle dabei spielen 50 Zentimeter große Könige, die der Schwager von Thorsten Winkels schnitzt. Sein Name: Ralf Knoblauch. Der frühere Tischler und heutige Diakon im Hauptberuf lebt und arbeitet in Bonn. Die aus alten Eichenbalken geschnitzten und sehr individuell gestalteten Könige tragen weiße Kleidung und symbolisieren die Menschenwürde eines jeden einzelnen. Ralf Knoblauch setzt sie in seiner sozialpastoralen Arbeit ein und geht mit ihnen in sozialen Brennpunkten ungewöhnliche Wege. Platziert sich mit seinen Königen vor Supermärkten und kommt so mit den Menschen ins Gespräch. Nicht Mission ist sein Thema, sondern vor allem Ausgegrenzten wie Obdachlosen Mut zu machen und das Selbstwertgefühl zu stärken.

Auf dieses Konzept wurde über einen Studienfreund Knoblauchs auch die „Christian Formation Conference Südarabien“ aufmerksam, die seit 16 Jahren Fortbildungsveranstaltungen für Katecheten und Religionslehrer aus aller Welt anbietet. Ralf Knoblauch folgte der Einladung zu der zehntägigen Reise vom 31. Januar bis 10. Februar gerne – und fragte Thorsten Winkels, ob er mitkomme.

Dieser sagte sofort zu, denn auch für ihn war es eine einmalige Gelegenheit, Land und Leute zu erleben, aber auch andere katholische Schulen zu unterstützen. Er konzentrierte sich auf das Moderieren von Workshops und übernahm administrative Aufgaben.

Mit anderen international aufgestellten Moderatoren aus aller Welt sammelte Thorsten Winkels unvergessliche Eindrücke. „Das Christentum wird dort aktiver und spirituell anders gelebt als bei uns. Es wird weniger kritisch mit der Kirche umgegangen, und der Gottesdienstbesuch ist sehr gut. Die Messe dauert bis zu zwei Stunden“, sagt er. Die Fortbildungsveranstaltungen fanden zunächst in Maskat im Oman und anschließend in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Und dort war dann „zufällig“ auch die Papstmesse – schnell wurden noch Karten geordert. Es sei ein innerhalb von drei Monaten unglaublich gut organisiertes Großereignis gewesen, betont Thorsten Winkels.

Überall gab es Trinkwasserstellen, jeder Teilnehmer erhielt ein Care-Paket mit Sandwich, Obst, Getränken, Sonnenschutz und Wimpel. Die Atmosphäre sei überwältigend gewesen. „Die Menschen haben nach der Messe regelrecht geglüht“, erzählt der 44 Jahre alte Lehrer. Glaube, Religion und gemeinsame Werte wurden als die Welt verbindende Elemente erlebt.

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