Léhars bekannte Operette open air vor dem Zeughaus

„Oper to go“ in Neuss : „Die lustige Witwe“ singt auf dem Freithof

Als „Oper to go“  wird Franz Lehárs bekannte Operette open air vor dem Zeughaus gespielt. Desirée Brodka singt die Titelrolle.

Auch Opern- und Operettenfans in Neuss kommen – inzwischen zum vierten Mal – voll auf ihre Kosten. Nach dem „Vogelhändler“ im vergangenen Jahr gibt diesmal die reiche und „lustige Witwe“ ihr Stelldichein. Der Kaarster Verein „Music to go“, Neuss-Marketing und das Kulturamt der Stadt laden zum kostenfreien Besuch ein.

„Die lustige Witwe“ Desirée Brodka, mit ihrem Verein „Music to go“ auch Initiatorin der Aufführung vor dem Zeughaus, bringt noch vier Kollegen und ein Streichquartett mit. Foto: Neuss Marketing

Initiatorin aller vier bisherigen Veranstaltungen ist die Büttgenerin Désirée Brodka, die nach Abitur am Marienberg-Gymnaisum und dem Operngesang-Studium zur Zeit die „My fair Lady“ bei den Eutiner Festspielen singt und am Theater Koblenz engagiert ist. „Wenn dann noch Zeit ist“, sagt sie, „mache ich Oper Open-Air, die vor allem neue Leute für das Genre interessieren soll.“

Ihre „Oper to go“ – der Verein wurde von ihr in Kaarst gegründet – hat inzwischen auch Auftritte außerhalb Nordrhein-Westfalens, zum Beispiel im hessischen Rodgau, wo auch die Premiere stattgefunden hat. Der mit ihr befreundete Düsseldorfer Komponist und Professor an der Hochschule für Musik in Hannover, Raphael D. Thöne, hat Franz Lehárs bekannteste Operette für fünf Opernsänger und Streichquartett bearbeitet und exklusiv für „Oper to go“ eingerichtet.

Fast drei Stunden in Paris werden auf dem Neusser Freithof zum knapp zweistündigen Spektakel. Alle bekannten „Hits“ sind natürlich enthalten, von „Es lebt eine Vilja“ bis zum Marsch-Septett „Wie die Weiber man behandelt“. Der Chor „Da geh ich zu Maxim“ wird auch nicht fehlen. Das ist irgendwie auch ein Memento an Johannes Heesters, der diese Arie 2009 im Alter von 106 Jahren im deutschen Fernsehen sang.

Nun setzt „Oper to go“ auch auf Kostümpracht. Die neugierige Frage „Wie bekommt ihr das hin?“ beantwortet Désirée Brodka ganz persönlich: „Was wir nicht leihen können, da brüten Mama und ich über der Nähmaschine.“ Vor allem aber freut sich die Initiatorin des Konzepts, die auch die Titelrolle der Hanna Glawari, also der lustigen Witwe, singt, darüber, dass sie begnadeten Kollegen ein Forum bieten kann. „Denn in unserem Genre liegen die Jobs nicht auf der Straße!“ So werden die Neusser erstmals auch die Konzertsopranistin Maijy Tutova aus Lettland kennen lernen.

Thomas Wertz, Citymanager bei Neuss Marketing, rechnet bei schönem Wetter wieder mit bis zu 700 Besuchern (Sitzplätze sind vor Sonne geschützt). „Ich freue mich, dass es eine solch hochklassige kulturelle Nische gibt.“ Sollte das Wetter umschlagen, bietet das Zeughaus ebenso vielen Besuchern Platz.

Info Freithof, Sonntag, 5. August,, 12.15 Uhr, der Eintritt zu der Aufführung ist frei

(Nima)
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