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Neuss: Leckereien auf dem Fischmarkt

Neuss : Leckereien auf dem Fischmarkt

Auf der neuen Hafenpromenade war am Sonntag beim Fischmarkt einiges los. Ob Lachs, Austern, Makrelen oder Aale und dazu ein Gläschen Champagner – die Besucher ließen es sich schmecken und genossen die Atmosphäre.

Strahlende Sonne wärmte die Haut und ein leichter Fischgeruch wehten gestern über die Hafenpromenade. Dazu die Rufe von Hans Ailke: "Nen Aal 15 Euro und ich pack noch ne Makrele oben drauf." So kam richtige Markt-Stimmung auf. Wer nicht bei Ailke kaufte, blieb wenigstens ein paar Minuten stehen, um zu beobachten. "Wat willse denn", fragte Ailke etwa. Oder: "Überlejen se nich zu lang sons is alles wech."

Dazu die Musik der gegenüberliegenden Bude: "Wenn das Herz Dir auch bricht, zeig Dein lachendes Gesicht." Und ob mit gebrochenem Herzen oder nicht – die Neusser zeigten ihr lachendes Gesicht. Dazu hatten sie gestern beim ersten Fischmarkt in diesem Jahr auch allen Grund.

Auf der gerade fertig gestellten Hafenpromenade kam der Fischmarkt richtig zur Geltung. Wirkte er auf dem Wendersplatz eher wie eine gute Fressmeile hatte man gestern richtiges Hafen-Feeling. Als würden die angebotenen Fische direkt aus dem Wasser gefischt. Und auch Treppe und Promenade gaben gefüllt mit all den Fischmarkt-Besuchern ein tolles Bild ab. So könne sich Neuss sehen lassen, sagte Achim Thurow, der mit seinem Bruder Horst norwegischen Lachs anbot. Der Fisch war auf ein Brett genagelt, um langsam am Buchenholzfeuer zu garen. Dazu wurden Kartoffeln und Kräuterschmand oder Senf-Honig-Dill-Remoulade serviert. "Alles selbst gemacht", sagte Thurow stolz.

Der Fischmarkt ist für den 60-Jährigen ein Hobby. Er war auch in den vergangenen Jahren beim Fischmarkt. "Hier unten ist es ein ganz anderes Feeling", sagte Thurow, dem bei der großen Nachfrage nicht langweilig wurde. Langeweile kam auch bei seinen Gästen nicht auf, denn wer gerade nicht die schwere Entscheidung zwischen Krabbenspieß, Paella, Austern oder Backfisch und verschiedenen Weinen traf, der blickte interessiert auf das Wasser des Hafenbeckens.

Dort versuchte Hafenmeister Uwe Eschweiler mit seinen Kollegen einen Ölteppich mit länglichen Öl-Schlängeln und speziellem Fleece zu binden. "Vermutlich handelt es sich um Raps- oder Leinenöl", sagte Eschweiler.

Die Polizei entnahm eine Probe, um dessen Herkunft zu ermitteln. "Das ist bei einem ansässigen Unternehmen ausgelaufen", sagte Eschweiler. Der Ölteppich war zwar ungeplant, bei den Fischmarkt-Besuchern aber Thema Nummer eins. Auch Unfälle können einen Tag perfekt machen.

(NGZ)