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Uedesheim: Leben in dörflicher Idylle

Uedesheim : Leben in dörflicher Idylle

Wer in Uedesheim wohnt, hat die wichtigsten Dinge des Alltags in fußläufiger Nähe: Kindergarten, Grundschule und Geschäfte. Ein Café am Rhein würde das Wohlgefühl perfekt machen.

Erst wollte sie überhaupt nicht nach Uedesheim ziehen, jetzt möchte sie ihren neuen Wohnort unter gar keinen Umständen wieder verlassen: Tanja Rose (37) aus Solingen lernte ihren Mann Jörg (44) in der Neusser Skihalle kennen und zog ihm zuliebe vor eineinhalb Jahren nach Uedesheim. "Ich bin sehr heimatverbunden und nur ungern von Solingen weggezogen", erzählt sie, "aber jetzt will ich nicht mehr zurück: Die Leute sind so freundlich hier, und ich habe direkt Anschluss gefunden.".

Anton und Maria Krüger leben seit zehn Jahren in Uedesheim. Foto: Woischützke

Mit ihrer Tochter Cara, 14 Monate alt, genießt sie die "dörfliche Idylle" und die vielen Möglichkeiten zum Spazierengehen. Am liebsten fährt sie mit dem Kinderwagen am Rhein entlang und zeigt Cara die Schiffe. Aber leider könne man dort nirgendwo einen Kaffee trinken, bedauert Tanja Rose: "Schade, dass die Rheinterrasse zugemacht hat." Von der Terrasse des Restaurants in der Form eines imposanten Schiffes kann man immer noch den Blick auf den Fluss genießen. Doch zwischen den Bodenplatten sprießt das Unkraut, und serviert wird schon seit Oktober nichts mehr..

Wenn sie auch "ein schönes Café am Rhein" vermisst, so ist Tanja Rose mit ihrem Leben in Uedesheim ansonsten rundum zufrieden: "Wir haben hier zwei Kindergärten, eine Grundschule und viele Geschäfte — und alles ist zu Fuß zu erreichen", berichtet sie. Hinzu kommt ein reges Sport- und Vereinsleben mit dem Bürgerschützenverein und dem SV Uedesheim an der Spitze..

Auch Familie Krüger lebt sehr gerne in Uedesheim: Anton und Maria Krüger, beide 42 Jahre alt, leiten die Jugendherberge an der Macherscheider Straße und wohnen auch dort. Ihre beiden Kinder Anna (12) und Tim (9) genießen es, auf dem großen Gelände herumtollen zu können. Die Herbergseltern sind immer "mitten im Geschehen" und oft auch an den Wochenenden im Einsatz..

Anton Krüger packt da an, wo Not am Mann ist, sei es bei Reparaturen, in der Küche oder am Grill. Auch die neue Kaffeebar in der Herberge hat er selbst gebaut. Das Paar, das seit rund zehn Jahren in Uedesheim lebt, freut sich über die gute Auslastung der Jugendherberge: "Unsere Tagesräume für die Programmangebote werden knapp, da wäre ein Anbau wünschenswert", sagt Anton Krüger..

Dass Uedesheim einen solch hohen Wohn- und Freizeitwert aufweist, hat für Karl Rüdiger Himmes, Stadtverordneter und Vorsitzender des Bezirksausschusses Uedesheim, mit der "weisen Entscheidung" zu tun, Wohn- und Industriegebiet durch die Bundesstraße 9 klar zu trennen. Nordöstlich der B9 lässt es sich im Grünen ruhig wohnen, südwestlich der B9 ist mit dem Gewerbegebiet Uedesheim ein für viele namhafte Firmen attraktiver Standort entstanden — von Alunorf bis Hydro, vom Sportartikelhersteller Asics bis zur Spedition Fiege.

Für Tanja Rose könnte es im Wohnort Uedesheim allerdings noch ein wenig ruhiger sein: "Wir wohnen an der Macherscheider Straße am Ortseingang Richtung Grimlinghausen", erzählt sie. "Über den Reckberg fahren viele Autos zu schnell in den Ort hinein, kaum jemand hält sich an das Tempolimit." Eine Verkehrsberuhigung wäre aus ihrer Sicht an dieser Stelle sinnvoll.

(NGZ)