Neuss: Laumann dreht den Spieß um

Neuss : Laumann dreht den Spieß um

Beim Talk auf dem blauen NGZ-Sofa hat Karl-Josef Laumann, Chef der CDU-Fraktion im NRW-Landtag, dem Spitzenkandidaten seiner Partei für die kommende Neuwahl des Landtages, Norbert Röttgen, demonstrativ den Rücken gestärkt.

Laumann zeigte sich dabei genervt über die Diskussion, wo Röttgen im Falle einer Wahlniederlage seine politische Zukunft sehe, in Nordrhein-Westfalen oder doch in Berlin. Röttgen sei im Rhein-Sieg Kreis geboren und wohne dort mit seiner Familie, seine Kinder gingen in NRW zur Schule. "Wenn Röttgen kein Nordrhein-Westfale ist, dann bin ich es auch nicht", sagte Laumann.

Danach drehte den Spieß um. Niemand spreche darüber, was denn Hannelore Kraft im Falle einer Wahlniederlage machen wolle. "Warum fragt eigentlich niemand danach, ob Kraft als Oppositionsführerin zur Verfügung steht", sagte Laumann und setzte noch einen drauf: "Oder wird sie vielleicht sogar Ministerin in einer CDU-geführten Koalition?"

Röttgen sei eine "richtige Alternative" zu Hannelore Kraft und darüber hinaus in seiner Funktion als Bundesumweltminister bei den Wählern sehr bekannt, während es ein Landespolitiker, der nicht Ministerpräsident sei, es bei Wahlen immer sehr schwer habe.

Dass Röttgen sich derzeit nicht zu seinen Zukunftsplänen äußert, außer mit dem Hinweis er wolle Ministerpräsident von NRW werden, wertete Laumann positiv. "Es ist gut, dass er sich nicht erpressen lässt. Wer Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen werden will, der darf sich nicht erpressen lassen", sagte Laumann.

Auch an seine Parteifreunde aus der Bundeshauptstadt und aus den anderen Bundesländern erteilte Laumann ein deutliche Ansage. Der Spitzenkandidat brauche keine "Vorschläge aus Bayern oder dem Saarland", die NRW-CDU sei eine eigenständige und starke Partei und Röttgen ein Kandidat, der gezeigt habe, dass er Verantwortung übernehmen wolle.

Damit vertrat Laumann offenbar die Auffassung des CDU-Landesvorstands, der unmittelbar vor dem Auftritt in Neuss noch getagt und sich auf eine gemeinsame Linie eingestimmt hatte. Laumann nannte auch noch die Vorgabe für die Landtagswahl am 13. Mai. "Wir wollen verhindern, dass Rot-Grün eine absolute Mehrheit bekommt", erklärte er mit ruhiger aber fester Stimme.

(rl/jco/top)